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about 14 hours ago.
Friday, 16. September 2011 15:43
Weltmeister-Groove in der SML!

Heute beginnt mit dem Spiel Grünenmatt gegen GC die neue Saison in der Swiss Mobiliar League. Und damit eine neue Ära, denn  noch nie waren auch nur annähernd so viele Finnen in der hiesigen Liga engagiert wie heute. Wir fragen uns, welchen Einfluss diese Invasion aufs Schweizer Unihockey hat? Folgend einige Gedanken zur neuen Saison.

Die Finnen gelten, glaubt man den gängigen Vorurteilen, als introvertiert und wortkarg. Und trinkfest sollen sie sein. Lassen wir diese Klischees mal bei Seite und konzentrieren uns aufs Sportliche. In Sachen Unihockey kann den Finnen zur Zeit niemand das Wasser reichen. Die beiden letzten Weltmeisterschaften der Herren waren eine klare Angelegenheit. Angeführt vom Genie Mika Kohonen, gewannen sie verdientermassen Gold und überzeugten vor allem in spielerischer Hinsicht. Ein FC Barcelona Vergleich wäre an dieser Stelle angebracht. Diesen Lassen wir aber mal, denn heutzutage ist oder will jeder sein wie das katalanische Starensemble. Zurück zum Unihockey. Dass die Finnen schön spielen, ist schon länger bekannt. Dass sie aber den skandinavischen Rivalen Schweden in Sachen Taktik und Physis überflügeln, hätte man vor allzu langer Zeit nicht gedacht. Keine andere Mannschaft ist so eingespielt und flexibel zugleich wie die finnische Nationalmannschaft. Während den Spielen werden ständig Spieler ausgewechselt, die Blöcke durcheinander gewirbelt und sogar die Positionen getauscht. Tero Tiitu zum Beispiel, wird öfters im selben Spiel als Verteidiger und Stürmer eingesetzt. Natürlich braucht es für solch ein Vorgehen ein Gerüst an Leistungsträgern, die auch in Finnland nicht einfach so ersetzt werden können. Dennoch ist dieses Rotationsprinzip und die Anpassungsfähigkeit der Spieler einzigartig. Während des WM-Finals wurde zur Entlastung sogar eine 4. Sturmlinie aus den drei übrigen Ersatzspielern gebildet. Und das alles, ohne den Rhythmus zu verlieren. Alle Spieler scheinen genau zu wissen, wie sie sich auf dem Feld bewegen müssen und was von ihnen erwartet wird. 

Weltmeisterlicher Groove in der Schweiz?

Natürlich hofft man als interessierter Beobachter, dass die vielen finnischen Spieler und die Trainer Nykky, Luukkonen und  Ahtiainen das Schweizer Unihockey weiterbringen und der „Weltmeister-Groove“ in der SML Einzug hält. Die Vorzeichen dafür stehen gut, sind die finnischen Exporte doch vielerorts Spieler von hoher Qualität. Fortschritte erwartet man vor allem im kreativen und spielerischen Bereich. Klar ist aber auch, dass es keinen Sinn macht, einfach das finnische Spiel zu kopieren. Dies wird auf keinen Fall funktionieren. Etwas mehr Flexibilität und Offensivpower kann dem hiesigen Floorball aber sicher nicht schaden. Besonders gespannt sein darf man in dieser Saison daher auf die beiden finnisch geführten Equipen Wiler-Ersigen und Alligator Malans.

Vieles neu beim SV Wiler-Ersigen

Nach langen Jahren unter der Führung von Trainer Berger, wurde im vergangenen Winter ein Schlussstrich gezogen und ein neuer Headcoach eingestellt. Neu amtet der letztjährige Jets-Trainer Heikki Luukkonen als Übungsleiter bei den Grün-Weissen. Er hat bereits bei seinem letzten Arbeitsgeber bewiesen, dass er ein kluger Strippenzieher ist. Nun stellt sich die Frage, ob er auch das hervorragende Kader von Wiler zu Höchstleistungen antreiben kann. Es ist zu hoffen, dass die reichlich vorhandenen Kreativspieler gefördert werden und ihren Spielraum zur Entfaltung finden. Sollte das vorhandene Potential nur ansatzweise ausgeschöpft werden, sind Zuckerpässe und Traumtore am Laufmeter zu erwarten und Wiler wird auf dem Weg zum Titel kaum zu stoppen sein. Ein Fragezeichen bleibt jedoch die Torhüterposition. Kann die neue Nummer eins, Pascal Haab den langjährigen Stammtorhüter Streit gleichwertig ersetzen?

Zuversicht in Malans

Auch nach dem Abgang von Topscorer Jussila, der gefühlt bei jedem Tor seit Vereinsgründung den Stock im Spiel hatte, und den beiden anderen ausländischen Verstärkungsspielern  ist man in Malans zuversichtlich. Mit Akseli Ahtiainen wurde der letztjährige Trainer der Espoon Oilers verpflichtet, welche unter seiner Führung in der letzten Saison eine Topleistung ablieferten und knapp im Playoffhalbfinale scheiterten. Ahtiainen hat bereits angekündigt, dass seine Mannschaft  offensiv auftreten und versuchen wird, das Spiel zu prägen. Mit konsequentem Forechecking sollen die Gegner zermürbt, einfache Tore erzielt und Siege eingefahren werden. Spektakel scheint dabei vorprogrammiert. Ob dies Malans gelingt, wird stark davon abhängen, wie gut die neuen Finnen, Wardi und Olkkonen, sind. 

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