Heinz Zaugg hat einen harten Winter hinter sich. Seit Ende November hat der Sportchef von Floorball Köniz eine grosse Anzahl seiner Feierabende und einige Ferientage in Spielergespräche investiert. Gestern nun, am ersten richtig frühlingshaften Märztag fiel ihm ein grosser Stein, den er den ganzen Winter umhergetragen hatte, vom Herzen. Denn die Top-Stürmer Emanuel Antener (23) und Fredrik Djurling (29) von AIK Stockholm unterschrieben je einen Kontrakt für zwei Jahre bei den Berner Vorstädtern. "Es ist ein kleines Märchen", freut sich Zaugg über den Transfercoup. Seit einem Jahr war er in Kontakt mit dem Ex-Könizer Antener, der momentan die zweite Saison in den Reihen des Stockholmer Spitzenklubs bestreitet. Im Verlauf der Saison zeichnete sich zudem ab, dass auch sein Center in der ersten AIK-Linie, der schwedische Internationale Fredrik Djurling, einen Abstecher in die Swiss Mobiliar League plante. Ein gemeinsamer Transfer wurde diskutiert und Köniz zeigte an beiden Interesse. Langsam näherten sich die Parteien an. Antener entschied sich Ende Januar aus Studiengründen grundsätzlich für eine Rückkehr in die Schweiz. Letzte Woche flog Zaugg dann nach Stockholm, um mit den beiden konkret zu verhandeln. Am Montag gab der Könizer Vostand sein Einverständins und gestern wurden die Verträge unterschrieben.
Ein finanzielles Risiko geht Floorball Köniz mit der Verpflichtung nicht ein. "Wir werden uns weiterhin im Rahmen unseres Budgets bewegen", so Sportchef Zaugg. Mit Djurling ist vereinbart, dass dieser einer Arbeit nachgehen wird. Antener seinerseits wird in Bern das Masterstudium in Geschichte und Philosophie in Angriff nehmen. "Für mich ist es ein perfektes Gesamtpaket", sagt Antener, der auch akademische Ambitionen hegt. Das vertraute Könizer Umfeld, die junge Mannschaft und der erfolgshungrige Cheftrainer Christian Wahli waren weitere Faktoren, die für die Berner sprachen. Und natürlich freut er sich darauf, weitere zwei Jahre mit Djurling zusammenspielen zu können. Sportchef Zaugg erhofft sich von den beiden Transfers eine Signalwirkung, die insbesondere bisherige Spieler, welche ihre Verträge noch nicht verlängert haben, beeinflussen soll. Es geht um bis zu zehn Kaderpositionen, die noch besetzt werden müssen. "Einen weiteren Ausländer wird es aber mit Sicherheit nicht geben", so Zaugg. Schliesslich wolle man weiterhin den eigenen Talenten den Weg in die SML ermöglichen. Diese sollen nicht zuletzt von den beiden Neuzuzügen profitieren können.
Neben den bekannten Qualitäten Anteners wird insbesondere der Auftritt Djurlings interessant zu verfolgen sein. Der Stockholmer gilt als ruhiger Riese (193 cm/90 kg) mit eindrücklichen Spielmacherqualitäten. An der vergangenen WM führte er die erste schwedische Linie mit dem ehemaligen Könizer Daniel Calebsson auf der Flügelposition als Center an. Mit seiner Verpflichtung verabschiedet sich Floorball Köniz von seiner Strategie, ausschliesslich auf Schweizer Spieler zu setzen. Diese sei allerdings ohnehin nicht freiwillig gewählt worden. "Wir hätten auch vor einem Jahr einen Top-Ausländer verpflichtet, hätte sich eine solche Möglichkeit ergeben", erklärt Zaugg. Mit den frischen Zweijahresverträgen der beiden Topstars blickt er dem kommenden Winter etwas gelassener entgegen.
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