Im nördlichen Stockholmer Vorort Solna stehen viele Wohnblöcke. Unweit der Solnhahallen, des Råsundastadions und des Stadtparks mit den wilden Kaninchen wohnt in einem solchen Wohnhaus Emanuel Antener. Mit dem neuen Vertrag gab's für ihn auch eine grössere Bleibe. So gross, dass er sie seit einem Monat mit Markus Sutter teilt. Der ehemalige GC-Stürmer flog nach Abgabe seiner Masterarbeit an der ETH Zürich in den hohen Norden. Das Ziel: Schwedisch lernen und einen spannenden Job finden. "Unihockey ist nicht der Hauptgrund, weshalb ich hier bin". Dem Lochball jagt er dennoch hinterher. Bei Balrog in Botkyrka, am anderen Ende der schwedischen Hauptstadt. Da er momentan noch keine bezahlte Arbeit hat, lernt er tagsüber Schwedisch im Selbststudium. "Das ist gar nicht so einfach, wie man meinen könnte. Für einen Job jedoch unerlässlich". Er ist zuversichtlich, dass er bald eine passende Anstellung in einer spannenden Firma erhalten wird. Erste Kontakte über einen Schweizer, der dort gearbeitet hat, sind hergestellt. Sportlich läuft's etwas schlechter. Balrog hat als Zwölfter bereits elf Punkte Rückstand auf einen Playoffplatz. Für Sutter persönlich ist die Situation nicht ganz einfach. "Wir wechseln jede Woche. Ich habe schon in jeder Linie gespielt". Zudem sei es schwierig für ihn, sich durchzusetzen, wenn er die Sprache nicht spreche. Die WM-Pause kommt Balrog und Sutter also sicher nicht ungelegen.
Im Zimmer nebenan sieht's anders aus. Emanuel Antener packt für seinen Rückflug in die Schweiz und die Weiterreise an die WM. Er ist in erster Linie wegen der sportlichen Herausforderung in Stockholm gelandet. Und die hat er bei AIK gefunden. Der Vorzeigeklub steht an der Tabellenspitze und Antener kann über sich sagen: "Die WM-Form stimmt." Mit seinen Leistungen in den letzten drei Spielen ist er zufrieden. Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich auch seine Mitspieler in AIKs Paradeformation, Fredrik Djurling und Kim Nilsson merklich gesteigert haben. Auch sie wollen in WM-Form kommen. Für Antener wird es die zweite Weltmeisterschaft. Die Vorfreude ist aber gleich wie bei der ersten: "Vor zwei Jahren freute ich mich, weil ich nicht wusste, wie es sein würde. Diesmal freue ich mich, weil ich weiss, dass es toll wird!", so Antener. Gemäss ihm wird für die Schweiz die Fähigkeit zur Leistungssteigerung von Spiel zu Spiel entscheidend sein. "Zuerst müssen wir das dafür Nötige tun, um wieder den Halbfinal bestreiten zu können. Dann müssen wir alles dafür tun, diesmal zu gewinnen." Für ihn persönlich ist die Unischerheit vor der letzten WM weg. Damals fragte er sich, ob er dem Niveau gewachsen sein würde. Heute muss er sich in jedem Training auf höchstem Niveau beweisen. Das Bewusstsein, dass er es kann ist da. Nun gilt es für ihn auch, diese Sicherheit auf seine neuen Linienkollegen wie die Verteidiger Kaspar Schmocker und Florian Kuchen zu übertragen. "Ich habe bestimmt mehr Verantwortung, doch dass ich Skorerpunkte sammle wird immer noch erwartet", führt Antener aus. So viel hat sich also doch nicht geändert. Gewohnheit hat sich auch in seinem Alltag eingestellt. Antener beherrsch Schwedisch problemlos, weiss, wie er die Unterrichtslektionen am Unihockegymnasium planen muss und kennt die Macken seiner Teamkollegen. Da kommt ihm wohl nicht ungelegen, dass aus dem Zimmer nebenan ein frischer Wind weht.
Bild: Emanuel Antener nach der Schussabgabe (www.jojjesplejs.com).




























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