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Tuesday, 29. November 2011 15:05
Stella’s Diary: Eimal retour, ä Ganzes!

(von Tanja Stella)

Die letzten Wochen hauste ich nie länger als 14 Tage am gleichen Ort. Das Leben als „Jetsetterin“ macht Spass, beansprucht aber viel Improvisations- und Organisationstalent und ab und zu auch die Hilfe der Familie und Freunde.

Nach dem Polish-Cup im September mit der Nationalmannschaft begann unser Roadtrip mit Endre. Sechs Spiele auf dem schwedischen Festland in Folge standen auf dem Programm. Meine gotländischen Mitspielerinnen lieben es, zu Hause auf der Insel zu spielen. Umso grösser ist deswegen die Anspannung vor den Games auf unbekanntem Untergrund. Wir haben uns während unserer ganzen Tournee jedoch sehr gut geschlagen. Die Ein-Punkte-Verluste gegen Täby und Karlstad sind zwei kleine Schönheitsfehler in unserem Reinheft. Und die Erinnerung an den Match gegen Durgården, an jenem müden Freitagabend in Stockholm, ist eher benebelnd als beschwingend. Doch gegen den amtierenden Meister das Spiel 3 – 2 zu verlieren, ist keine Schande. Da erinnere ich mich an andere Teams, die nur in einem Spielabschnitt 5 Tore des Meisters mit Dahlerus, Lindström und Co hinnehmen mussten (siehe Elitserien Highlights Pixbo – Durgården). Als ich nach unserem schläfrigen Start auf der Bank Platz nehmen durfte, konnte ich die Gesichter von Fabio Bisso und Patrick Krienbühl auf der Tribüne erkennen. Natürlich sind die zwei Herren nicht nur meinetwegen in der Sporthalle eingetroffen. Das Tor des Gegners hütete nämlich Linnea Lexe, die Ex-Torfrau der Red Ants. Nach dem Spiel konnte ich nach längerer Zeit wieder mal mein „schwiizerdüütsch“ anwenden und schnatterte drauf los. Das war definitiv eine Aufmunterung, nach dem verpatzten Spiel.

Das Matchwochenende gegen Karlstad und Örebro schloss ich mit meiner Heimreise in die Schweiz ab. Nach kurzer Sonntagnacht in einem Hotel nahe Arlanda flog ich frühmorgens nach Zürich. Nur kurze Zeit blieb mir dann zuhause bei Mama und Papa, um mich ein wenig auszuruhen und bekochen zu lassen. Mami’s sind halt schon die Besten! Nachmittags ging’s weiter nach Filzbach, um die Woche mit der ‚Nati’ zu trainieren und uns auf die darauf folgende EuroFloorballTour in Helsinki vorzubereiten. Mit einem riesigen Haufen Wäsche und schweren Beinen traf ich dann wieder im Zürcher Oberland ein, um einige freie Tage mit Freunden und Familie zu verbringen. Diese Tage waren zum geniessen und dieses Gefühl nahm ich weiter mit in den Norden. Die Spiele an der EFT liefen zusammengefasst sehr erfolgreich. Die Kulisse an der ‚Salibandy-Messe’ in Vaanta war lässig und das Turnier auf dem zweiten Platz abzuschliessen, gibt einem Energie. Die Mannschaft funktionierte gut untereinander und die Ziele konnten wir umsetzten. Jetzt heisst es noch an den Details zu feilen.

Zurück in Visby ging’s ohne Unterbruch weiter. Die Trainings mit den Gelb-Schwarzen sind intensiv, da gibt es keinen Grund die Pace zu senken. Am Wochenende standen zwei herausfordernde Spiele gegen Kais Mora und Falun an. Samstags traf ich auf Nati Stadelmann und Silvana Nötzli. Doch dieses Mal und nicht wie am Wochenende zuvor, trugen sie andere Farben wie ich. Viel Zeit, um zu plaudern blieb aber nicht und auch auf dem Feld konnte man sich keine Aufmerksamkeit schenken. Während dem Spiel ging’s so richtig zur Sache. Emotional war ich voll da, weil ich im Unterbewusstsein um meine WM-Teilnahme kämpfte. Nach den zwei gemeisterten Spieltagen kam dann die Zusage, um mit dem Schweizer Kader an der Heim-WM teilnehmen zu dürfen. Es haben sich alle Anstrengungen gelohnt und bald geht’s schon los in St. Gallen! „Get inspired and join us!"

Das letzte Wochenende verbrachten wir mit der Endre-Truppe im Süden Schwedens. Pixbo und Jönköpping standen auf unserem Spielprogramm. Langsam aber sicher bin ich mir das Reisen auf der gigantischen Fähre gewohnt. Das flaue Gefühl im Magen ist mit jedem Mal weniger vorhanden. Und nach Spielen auf dem Festland bin ich jedes Mal um viele Wörter in meinem Schwedisch-Wortschatz und um einige Erfahrungen reicher. Als eher ‚schlampige’ Schweizerin mit Mühe, was das Zeitmanagement  anbelangt, wird mir hier einiges in Sachen Flexibilität abverlangt. Zu denken, dass Abgemachtes auch wirklich gilt und 10:00 Uhr auch wirklich 10:00 Uhr bleibt, ist immer schwierig abzuschätzen. Die Bedeutung von „all Zeit bereit“ hat für mich einen völlig anderen Sinn erhalten. Auch eine andere Bedeutung erhalten hat das Duschen, Packen und Essen abholen. All das muss innert 20 Minuten ablaufen. Da bleibt keine Zeit, um Haare zu trocknen oder gar zu glätten, oder was Ladies sonst noch alles erledigen, bevor 'Frau' die Garderobe verlässt. Hopp in den Bus und ab geht’s auf die Insel. Die Reisen sind oft amüsant und die Übermüdung ist ab und zu spürbar. Da kommen so einige lustigen Geschichten zum Vorschein oder komische Fotos zu Stande.

Gotlands Destination: Das Gefährt für den Weg auf's Festland
auch Physio's sind manchmal sehr erschöpft
Zwei Turbane unterwegs
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