Tanja Stella berichtet exklusiv für floorballstar.com aus Visby. Diesmal in Form eines Tagebucheintrags. Viel Spass beim Lesen! (von Tanja Stella)
Den Titel meines Berichts habe ich absichtlich in Englisch gewählt, da ich seit meiner Ankunft in Visby, auf der Insel Gotland, die englische Sprache nur sehr selten durch scheue Schwedisch-Versuche ersetzt habe. „Hej“, „Hej då“ und „Skål“ kennen alle, die entweder Schweden bereits bereist haben oder schwedische Mitspieler/innen in der Mannschaft hatten. Sich aber mit Gotländern zu unterhalten, ist eine fast unmögliche Angelegenheit. Sobald Micke Järlö, der Assistent Coach, etwas in „gotlenska“ sagt, muss ich mich an meine Mitspielerinnen wenden, damit sie mir seine Worte übersetzen können. Da ist mir Andreas Söderbergs (Head Coach) Nordschwedisch viel lieber. Erlässt sich Zeit um zu sprechen.
Meine ersten zwei Wochen habe ich, wenn ich zurück denke, zuhause in meiner 1-Zimmer-Wohnung im Bett verbracht. Ich war immer müde, ging früh ins Bett, habe lange ausgeschlafen, viel gegessen, viel trainiert und bin wieder früh ins Bett gegangen. Die vielen neuen Eindrücke, die Sprache(n), die Umstellung, ab und zu Zweifel und ein wenig Heimweh nach dem Alten, Gewohnten, waren zu Beginn etwas viel für mich.
Nun, nach mehr als einem Monat auf der Insel, fühle ich mich wohl. Es ist ein gewisser „Alltag“ eingekehrt. Ich habe zu arbeiten begonnen, was mir einen guten Rhythmus gibt, auch wenn die Arbeit minder anspruchsvoll ist. Sanna Roisko, die junge und sehr talentierte Finnin aus meinem Team, arbeitet mit mir zusammen. Da bleibt auch Zeit zum „Seich“ machen. Die eintönige Arbeit muss ab und zu aufgepeppt werden! Sobald der Zeiger auf 16:00 Uhr steht, checken wir aus und radeln mit unseren Velos nachhause, um uns aufs anstehende Training vorzubereiten. Nach einem kleinen Snack heisst es schon wieder Trainingskleidung anziehen und den fünfminütigen Fussmarsch anzutreten. Denn hier beginnt das Training bereits um 17:00 Uhr.
Auch wenn ich mich in Visby zurecht finde und langsam weiss, wie der Hase läuft, stolpere ich immer wieder über kleinere oder grössere Dinge. Anfangs war es die Abfalltrennung, die mir das Leben schwer machte. Diese nehmen die Schweden sehr genau. Dann musste ich erfahren, dass man alkoholische Getränke nur im „System Bolaget“ kaufen kann und nicht im normalen Lebensmittelgeschäft. Ich war zum Abendessen eingeladen und wollte einen Wein mitbringen, so wie man das halt so macht. Als ich mit meinem „Rotwein“ an der Kasse stand und dem Verkäufer an der Kasse meine ID unter die Nase streckte, bekam dieser einen Lachkrampf, bis auch ich bemerkte, dass der Wein alkoholfrei ist. Mensch, war das peinlich...! Auch mein Drahtesel mit der Rücktrittbremse macht mir ab und zu einen Strich durch die Rechnung. Zum Glück ist noch nie was Ernsthaftes passiert, denn morgens um 06:40Uhr, wenn wir zur Arbeit düsen, kann ich mich noch nicht auf alles konzentrieren. Aber auch daran werde ich mich noch gewöhnen, hoffentlich!
Nun freue ich mich gewaltig auf nächstes Wochenende, wenn ich meine „Schweizer Hühner“ sehen werde. Zusammen Mit Nati Stadelmann und Silvie Nötzli werde ich von Schweden aus über Berlin nach Polen reisen, um mit der Nationalmannschaft am Polish Open teil zu nehmen.
Auf bald!




























about 13 hours ago.