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2 days ago.
Tuesday, 09. November 2010 16:46
Scheine und Sein: Schweizer Löhne in der SML

Die Anzahl der Lizenzierten stagniert knapp unter 29'000, die Zuschauerzahlen der SML haben sich ebenfalls seit Jahren bei einem Schnitt zwischen 300 und 400 Zuschauern eingependelt. An der Spitze jedoch hat die Intensität zugenommen. Die Spiele der SML sind zahlreicher und physisch anspruchsvoller geworden. Nicht zuletzt deswegen werden von den Spielern bessere Entschädigungen gefordert. Marcel Siegenthaler, Sportchef des SV Wiler-Ersigen hat Verständnis: "Es muss Standard werden, dass die Spieler ihr Arbeitspensum auf 80% reduzieren können." So würde zumindest die Wahrscheinlichkeit steigen, dass Spieler ihre Karrieren nicht im Alter von 25 Jahren bereits beenden. Dies würde für die Vereine allerdings bedeuten, dass sie monatlich jeden Spieler mit mindestens 750 Franken entlöhnen müssten. Eine Utopie?

Recherchen von floorballstar.com zur heutigen Lohnsituation in der Herren-SML ergaben folgendes: Die Art der Entschädigungen variiert nach Verein bisweilen auch vereinsintern. So können durchaus auch ganze Wohnungsmieten vom Verein übernommen und dafür kein fixer Betrag ausbezahlt werden. Auf Anfrage erklärt ein SML-Spitzenspieler: "Es ist immer noch ein Tabuthema. Unter den Spielern spricht man nicht darüber, wer teamintern wieviel verdient". Eine Abstufung existiert aber natürlich. Und die ist grösser, je mehr Geld der Verein für Spielerlöhne zur Verfügung stellt. Ein Schweizer Nationalspieler in einem Topteam kann bei cleverer Verhandlungsführung auf ein Entschädigungspaket (Wohnung, Auto, Geldbetrag) im Wert von mindestens 1500 Franken pro Monat kommen. Nicht ganz eine Handvoll Schweizer Topstars dürften je nach Finanzkraft des Vereins und Stellung im Team gar das Doppelte erhalten. Dies würde dann einem Durchschnittslohn eines Schweizer NLA-Handballers entsprechen. Die absolute Mehrheit der Schweizer SML-Spieler hingegen kann froh sein, wenn sie überhaupt ein paar hundert Franken finanzieller Entschädigung erhält. Es gibt beispielsweise Stammspieler in der Nationalmannschaft, die von ihrem Verein mit weniger als 500 Franken pro Monat entschädigt werden. Und bei Aufstiegsvereinen spielt normalerweise jeder Spieler ohne finanzielle Entschädigung. Einzig das Material (Stöcke, Schuhe) wird in allen SML-Teams vom Verein zur Verfügung gestellt. Wobei auch hier die Beträge variieren und ein erfolgreicheres Team selbstverständlich höhere Materialbezüge beim Ausrüster erhalten kann als ein Aufsteiger.

Die Mehrzahl der SML-Vereine ist also noch Welten davon entfernt, ihren Spielern 20% Lohnausfallsentschädigung entrichten zu können, auch wenn es für absolute Schweizer Spitzenspieler möglich ist, ihr Arbeitspensum deutlich reduzieren zu können. Wie der ganze Rest, welcher denselben zeitlichen Aufwand betreibt, dahinkommt, ist  ein Managementproblem, das jeder Verein für sich lösen muss.

Bild: Drei Schweizer Idealisten im Infight: Fabian Rindlisbacher und Dieter Zimmermann (Grünenmatt) nehmen Simon Liechti (Langnau) in die Mangel.

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