Das 1. Liga Spiel zwischen den IHC Langnau Stars und den Capolago Flyers hatte es in sich. Nicht weniger als 24 Tore bekamen die Zuschauer beim 13:11 Sieg der Langnauer zu sehen. Doch das Resultat verkam zur Nebensache. Bei einem Tessiner Spieler und einem Capolago-Anhänger brannten alle Sicherungen durch. Beide attackierten das Schiedsrichtergespann kurz nacheinander tätlich. Am Ende musste sogar die Polizei einschreiten, um die Situation zu entschärfen.
Zu Beginn des Spiels sah es nach einer klaren Angelegenheit aus. Die Gäste aus dem Tessin gaben auf dem Sportplatz Widmer in Langnau am Albis den Ton an und gingen mit 2:8 Toren klar in Führung. Dann folgte jedoch die grosse Aufholjagd der Sihltaler. Bis zum Ende des 2. Dirttel erzielten sie fünf Tore am Stück und kamen bis auf ein Tor heran.
Mit Wiederanpfiff im 3. Drittel überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst wurde den Flyers ein Fusstor aberkannt, worauf diese einen ersten Protest bei den Tischoffiziellen einlegten. Trotz diesem Rückschlag bestimmten die Tessiner auch im letzten Drittel das Spiel und konnten ihre Führung bis zur 50. Minute auf drei Treffer ausbauen. Dessen ungeachtet wurde das Spiel immer emotionaler. Die Tessiner haderten vermehrt mit den Geschehnissen auf dem Platz und handelten sich Strafen am Laufmeter ein. Darunter auch eine fünfminütige Unterzahl, die zu drei Gegentoren führte. Die Stars egalisierten den Rückstand, erzielten kurz darauf den Führungstreffer und waren nun endgültig zurück im Spiel. Doch das war alles nur Vorgeplänkel. Was jetzt folgte, ist kaum zu glauben und tönt eher nach Wildwest in der NHL als nach Inline-Hockey in Langnau am Albis.
Ausgangspunkt war eine 3 Sekunden vor Schluss verhängte rote Karte und somit ein Spielrestausschluss gegen einen Capolago Flyer. Dieser wollte den Entscheid der Unparteiischen jedoch nicht einfach so hinnehmen, kam zurück von der Strafbank und attackierte einen der Schiedsrichter tätlich. Nur mit Mühe und Not konnte der Übeltäter von seinen Teamkamaraden und den Tischoffiziellen zurückgehalten werden. Als sich die Situation zu beruhigen schien, stürmte ein verärgerter Zuschauer das Feld und nahm den Schiedsrichter in den Würgegriff. Zum Glück konnte auch dieser „Fan“ überwältigt werden. Um die totale Eskalation zu vermeiden, wurde sogar die Polizei aufgeboten. Die Ordnungshüter rückten mit sechs Personen in einem Streifen- und einem Kastenwagen an, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen und die Anzeigen seitens der Schiedsrichter aufzunehmen. Nach einer 20 minütigen Unterbrechung und einem zweiten Protest der Capolago Flyers wurde das Spiel sogar noch beendet. Unter polizeilicher Obhut wurden die Unparteiischen anschliessend sicher aus dem Dorf und nach Hause begleitet.
Die Konsequenzen seitens des Inline Hockey Verbands fielen dann auch drastisch aus. Der ausfällige Spieler wird für fünf Jahre gesperrt. Zudem muss er eine Busse in unbekannter Höhe begleichen. Der gewalttätige Zuschauer wurde von den Schiedsrichtern angezeigt. Ausserdem lehnte der Verband die zwei Proteste der Capolaggo Flyers ab, brummte ihnen ebenfalls eine Busse auf und veranlasste, dass die kommenden drei Heimspiele auf neutralem Terrain statt finden müssen.
Einige Bemerkungen zum Schluss. Das Spiel endete nach einem weiteren Treffer 13:11 für die Langnau Stars, die nun als alleinige Tabellenführer in die Sommerpause gehen. Insgesamt wurden gegen die beiden Mannschaften 118 Strafminuten ausgesprochen. Abschliessend bleibt nur zu hoffen, dass die beiden Krawallmacher nicht so schnell wieder an einem Inlinehockeymatch anzutreffen sind und sich die Ereignisse beim Rückspiel im September nicht wiederholen werden.
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Weitere Informationen Zum Inlinehockey gibt es auf www.sihv.ch oder alles Wissenswerte über die IHC Langnau Stars auf www.ihcstars.ch! (Bildquelle: www.ihcstars.ch) |




























2 days ago.