Als einer der Hauptunterschiede zwischen schwedischem und Schweizer Unihockey wird immer wieder das Kleinfeldunihockey angeführt. Wir Schweizer hätten viel mehr kleine Hallen und unsere Junioren würden deshalb besonders lange Kleinfeldunihockey spielen und so realitätsfremd ausgebildet. Tatsache ist: In der Schweiz ist Grossfeldunihockey stark gefördert worden und die junge Talente können früher Erfahrungen auf dem grösseren Feld sammeln. Zudem wird bei den Aktiven bis in die dritte Liga Grossfeld gespielt. Parallel dazu organisiert Swiss Unihockey weiterhin eine Kleinfeldmeisterschaft.
In Schweden sieht es etwas anders aus. Da ist es nicht so, dass der Verband gezielt Kleinfeldunihockey fördern würde. Aber ein innovativer Unternehmer aus Stockholm gründete 1996 die Svenska Innebandyligan. Sie richtet sich in erster Linie an Hobbyspieler und hat die Regeln entsprechend an die Wünsche dieser Zielgruppe angepasst. Gespielt wird wie auf dem Schweizer Kleinfeld mit drei gegen drei Feldspielern plus Torhüter und das Spielfeld misst ebenfalls 12 mal 24 Meter. Da hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf. In der SIL (Svenska Innebandyligan) darf der Torhüter den Ball direkt ins gegnerische Tor werfen, Bodenspiel ist ebenfalls erlaubt. Man darf aufspringen, den Stock dem Gegner zwischen die Beine halten, dessen Stock mit dem eigenen anheben und gar Kopfbälle und Fusspässe spielen. Der Schiedsrichter sitzt am Spielfeldrand erhöht auf einem Schiedsrichterstuhl und wird von der SIL gestellt. Laut den SIL-Machern alles, um das Spiel so einfach und geradlinig wie nur möglich zu halten.
Das Konzept des einfachen Spiels ist in den vergangenen Jahren laufend durch andere Annehmlichkeiten ergänzt worden. So wird das Spielaufgebot direkt von den Organisatoren an die entsprechenden Spieler der Teams gesandt und die Spiele finden immer am Wochenende zum selben Zeitpunkt am gleichen Ort statt. Die SIL hat "eigene" Hallen, die an den Wochenden eigens für ihr Meisterschaftsspiel genutzt werden. Und um dem Hobbyspieler noch ein weiteres Zückerchen bieten zu können, verfügt der Schiedsrichter über einen Handheld-PC auf welchem er sofort alle Geschehnisse erfassen und der Zentrale zustellen kann. Nach Spielschluss können sich die Spieler dann die Matchsstatistik und ihre persönliche Statistik auf der Website ansehen.
Dieser Mix aus einfachen Regeln und moderner Infrastruktur scheint bei der sportinteressierten Männerwelt Schwedens bestens anzukommen. Die Liga ist kontinuierlich gewachsen und es existieren SIL-Meisterschaften in Stockholm, Umeå, Göteborg und Malmö. Heute ist das schwedische Kleinfeld zudem nicht mehr nur interessant für Hobbyspieler. Danne Bron-Sundbom, Nationalspieler und Captain von Caperiotäby spielt mit seinem Kumpels so oft es geht. Er sagt: " Das Spiel stellt höchste Ansprüche an Stocktechnik und Explosivität. Es ist das beste Training für mich". Wer also glaubt, Kleinfeldunihockey sei bloss ein Relikt aus vergangenen Zeiten, in welchen es noch keine grösseren Hallen gab, wird von den Schweden eines Besseren belehrt.
Video: Der ehemalige Tischtennis-Star Jan-Ove Waldner (zweimal Weltmeister, einmal Olympia-Gold) spielt in der Stockholmer SIL. Dieser Clip zeigt sein erstes Tor.
Blogs
LATEST BLOGS
Manu's Block: Der obligate Rückblick
Soeben bin ich wieder in der Schweiz angekommen und habe mein... »
Manu's Block: Qualisieg verpasst
Vergangenes Wochenende endete auch in Tschechien die Qualifikation, und... »
Antithese: Schlussspurt in der Superliga
Zwei Runden vor Qualifikationsschluss präsentiert sich die Situation in... »Featured Player
FEATURED PLAYER
Results
RESULTS
Monday, 25. October 2010 17:48
Kleinfeld auf Schwedisch
You need Flash player 8+ and JavaScript enabled to view this video.



























2 days ago.