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2 days ago.
Wednesday, 31. August 2011 11:04
Hauptprobe einigermassen geglückt!

Die Schweizer Nationalspielerin Tanja Stella weilt seit dem 1. August auf der schwedischen Insel Gotland. Nach sehr erfolgreichen Jahren im Dress des UHC Dietlikon, wechselte sie in diesem Frühjahr in die höchste schwedische Liga. In der kommenden Saison wird Stella für den auf Gotland ansässigen Eliteserie-Verein Endre IF auflaufen. Für floorballstar.com berichtet Tanja exklusiv über ihr neues Leben im Mutterland des Unihockey. (von Tanja Stella)

Am vergangenen Wochenende stand mit dem ICA Maxi Cup der erste grosse Test für mein neues Team auf dem Programm. Das heimische Vorbereitungsturnier auf  Gotland diente als Hauptprobe für die anstehende Saison. Bei windigen Verhältnissen trafen wir mit unserer Mannschaft Endre IF auf Örebro, IKSU und Täby.

Spiel 1: Frühsport ist angesagt!  Endre IF - Örebro SK 10:2 

Am frühen Samstagmorgen begann der ICA Maxi Cup für die Spielerinnen von Örebro SK und Endre IF, meine neue Mannschaft. Pünktlich um 08:30 Uhr wurde die erste Partie angepfiffen. Vereinzelte Zuschauer verteilten sich dennoch auf den Rängen der altehrwürdigen Södervärn-Halle in Visby, der Heimarena von Endre IF. Auch auf dem Spielfeld wurde noch nicht das erwartete Tempo angeschlagen. Dennoch fielen die ersten Tore zu unseren Gunsten bereits kurz nach Anpfiff. Unserer Favoritenrolle wurden wir in diesem Spiel gerecht. Stetig bauten wir unsere Führung aus und konnten uns beim Stand von 6:1 in die 2. Drittelspause verabschieden. Auch im letzten Drittel setzten wir unsere Vorgaben mehr oder weniger konsequent um und gewannen schlussendlich mit 10:2 Toren. Dennoch waren wir nur bedingt zufriedenen, denn das Niveau des Spiels war so wechselhaft wie das Wetter draussen. 

Spiel 2: Der Wind dreht! IKSU - Täby 11:3

Unterdessen trafen auch die Gäste aus dem hohen Norden, IKSU aus Umeå, in Visby ein und freuten sich über das „Spät-Sommerwetter“ bei 20 Grad. Im 2. Spiel trafen sie auf die Stockholmerinnen von Täby. Obwohl bei diesem Duell eine spannende Angelegenheit zu erwarten war, endete auch dieses Spiel sehr einseitig. Die „Armee“ IKSU’s machte auf dem Spielfeld kurzen Prozess. Der von Norden wehende Wind begann sich in einen Sturm zu verwandeln. Auch wenn man IKSU schon in erfahrener Besetzung gesehen hat, wurde Täby schlicht vom Platz gefegt. Die grossgewachsenen Verteidigerinnen platzierten ihre Schüsse präzise im Tor und auch den Stürmerinnen war nichts Negatives nachzusagen. Das einzige was störte war der IKSU-Trainer, der ohne Unterbruch Anweisungen auf das Spielfeld schrie, sodass man am Eingang hätte Ohropax verteilen müssen.

Spiel 3: Zu spät erwacht! Endre IF - Täby 3:5

Gegen Täby konnten wir die Leistung des ersten Spiels nicht bestätigen. Wir starteten diese Begegnung nur mit zwei Linien und verzichteten auf den Einsatz einiger Stammspielerinnen. Nach einigen Unsicherheiten in den Startminuten war es nicht verwunderlich, dass unsere Torhüterin hinter sich greifen musste. Nach dem ersten Drittel und zwei weiteren Gegentoren wurde dann umgestellt und die Routiniers eingewechselt. So versuchten wir den Gleichstand herzustellen. Die Stockholmerinnen hatten aber etwas dagegen. Kurz nach dem Anschlusstor erzielten sie wieder den alten 2-Tore-Vorsprung. Nach einem packenden Schlussdrittel, mit unzähligen Torschüssen unsererseits, in dem wir grösstenteils zu fünft in der Angriffshälfte agierten, hiess der Schlussstand 3:5 zu Gunsten von Täby.

Spiel 4: Tapfer gekämpft! IKSU – Örebro SK 8:0

Den letzten Match des Tages bestritten IKSU und Örebro. Auf der Tribüne wurde gescherzt, ob IKSU mit 20 oder mehr Treffern gewinnen würde. Zu Beginn des Spiels sah es jedoch ganz und gar nicht danach aus. Die Zentralschwedinnen, die vor einer Saison in die höchste Spielklasse aufgestiegen sind, redeten mutig ein Wörtchen mit. Voller Spielfreude und Elan marschierten sie in Richtung IKSU’s Tor. Das Team aus Umeå konnte sich glücklich schätzen, nicht in Rückstand zu geraten zu sein. Der grösste Unterschied zwischen diesen beiden Teams war aber schlussendlich die Physis. IKSU nutzte die Schwächephase Örebro’s kurz vor Ende des ersten Drittels resolut aus und schon stand es 2:0. Einige schöne Kombinationen und viele kaltblütig genutzte Chancen später gewann IKSU 8:0, nicht 20:0.

Spiel 5: Akku leer! Örebro SK - Täby 2:6

Da alle Gastmannschaften vom Festland angereist waren, wurden auch die Sonntagsspiele frühmorgens angesetzt. Die Partie zwischen Täby und Örebro wurde vor wenigen Zuschauern ausgetragen und wie angenommen von Täby gewonnen. Das Spiel endete 6:2, wobei beide Teams nicht zu überzeugen wussten. Man konnte meinen, dass Örebro alle Energievorräte im Spiel gegen IKSU aufgebraucht hatte und Täby im Kopf schon auf dem Weg zurück ins weniger windige Stockholm war.

Spiel 6: Moral gezeigt! Endre IF - IKSU 4:7

Die Begegnung zwischen IKSU und Endre IF sollte das Finalspiel und somit der krönende Abschluss des ICA Maxi Cups werden. Rund 200 Zuschauer fanden sich für dieses emotionsgeladene Duell in der Södervärn-Halle ein und sorgten für eine gute Stimmung. Ein echter Vorgeschmack auf die kommende Saison. Die Partie begann ausgeglichen. Beide Teams gaben erste Warnschüsse ab, beide Torhüterinnen hielten aber ihren Kasten bis zur 15 Spielminute sauber. IKSU eröffnete nach einer schönen Auslösung den Torreigen nach einem für sie typischen Querpass. Wenige Einsätze später hiess es schon 2:0. Die intensive Partie wurde von Sprintduellen, Zweikämpfen und „Gestocher“ vor beiden Toren geprägt. Schöne Spielzüge waren eine Seltenheit. Eine Mitspielerin erwischte es so hart, dass sie nach einem Duell am Boden liegen blieb und vor Schmerzen aufschrie. Nach zwei gespielten Dritteln Stand es 6:2 für IKSU. Dies war die Vorentscheidung. Was unsere Mannschaft aber ausmacht, ist der Wille, bis zum Schlusspfiff zu kämpfen. Zur Freude aller Fans der „Gelben“ schossen wir noch 2 Tore nach dem wir die Torfrau durch eine 6. Feldspielerin ersetzt hatten.  Schlussstand dieser Angelegenheit 4:7.

Obwohl wir nur ein Spiel gewannen, können wir rückblickend mit dem ICA Maxi Cup einigermassen zufrieden sein. Die Niederlage gegen Täby hätte verhindert werden können und schmerzt sogar ein wenig. Aber bis zum Saisonbeginn haben wir noch Zeit, um die Wunden zu lecken und die gemachten Fehler auszumerzen. Ein Spiel wie das gegen IKSU am vergangenen Sonntag lässt mein Unihockeyherz höher schlagen und die Vorfreude auf den Saisonstart wachsen!

Endre IF - Täby 3:5
Södervärn Halle in Visby, Heimhalle von Endre IF
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