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2 days ago.
Friday, 10. December 2010 10:39
Es kann losgehen
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Es ist an der Zeit, die klaren Spielresultate der vergangenen Tage zu vergessen und sich auf den vermeintlichen Augenschmaus der Halbfinals und Finals zu freuen. Die Viertelfinals waren mit Ausnahme der Partie Tschechien – Estland wieder klare Angelegenheiten. Aber warum überrascht es mich nicht, dass Tschechien erst nach Penaltyschiessen gegen Estland gewann? Weil Ales Zalesny bereits nach dem Unentschieden gegen Norwegen gegenüber Innebandymagazinet verkündete: "Wir sind im Halbfinal. Gegen Estland haben wir so gut wie gewonnen."?

Finnland spielte den ersten der Viertelfinals gegen Lettland. Ein unangenehmer Gegner. Dies hatte ja auch bereits die Schweiz zu spüren bekommen. Sie gewannen am Ende zwar sicher und auch klar mit 6:2. Einen wirklichen Spielfluss liessen die Letten aber nie zu. Änhlich begann auch die Partie der Gastgeber gegen Lettland. Die Letten schafften es sogar zunächst in Führung zu gehen. Mit viel Druck und Tempo versuchten sie dem amtierenden Weltmeister in seiner Heimstätte eins auszuwischen. Am Ende zeigten sich die Finnen dann aber doch wenig beeindruckt davon. Mit Fortdauer des Spiels wurde die Angelegenheit auch entsprechend klar. Am Ende resultierte ein klares 12:2. Im vorzüglicher Form zeigten sich vor allem Caperiotäby-Legionär Rickie Hyvärinen und Tero Tiitu. Zu Punkten kam auch der Malanser Esa Jussila u. a. mit einem Prachtstor zum 7:2.

Mehr Spannung gab es im Spiel zwischen den Tschechen und Estland. Erst 25 Sekunden waren gespielt als Estland das 1:0 schoss. Eine Reaktion Tschechiens war zwar spürbar, wirkte sich aber zunächst nicht auf das Resultat aus. Auch die Schweizer Refs Baumgartner/Kläsi versuchten sich, könnte man meinen, an der Spielentscheidung. Schlussendlich gab’s dann aber doch nur ein Tor daraus als die Esten im dritten Spielabschnitt wieder auf 2:1 vorlegten. Es darf auch gefragt werden, wie ein Schiedsrichter, der ab Neujahr in die NLB herabgestuft wird, eine WM pfeifen kann. Das Tempo an einer WM ist ja kaum langsamer als in der SML. Zurück zum Spiel. Milan Garcar konnte das Spiel im Mittelabschnitt dann doch endlich ausgleichen. Sein Team schien auch dominanter als der Gegner, nur konnten sie nach wie vor wenig daraus machen. Nach 56:39 musste Tomas Trnavsky sein Time-Out einziehen und versuchen, sein Team zu wecken. Tatsächlich gelang kurze Zeit später Tomas Sladky der Ausgleich. Die Verlängerung brachte keine Entscheidung und im Penaltyschiessen zeigten die Tschechen dann endlich, dass sie doch mindestens eine Klasse besser sind als Estland.

Die Schweizer meisterten ihr Viertelfinale souverän. Die Russen kamen nie dazu, ihr aggressives Körperspiel aufzusetzen. Zu geschickt liess die Schweiz denn Ball rotieren. In vorzüglicher Spiellaune zeigte sich auch hier wieder die erste Formation um die Gebrüder Hofbauer und Joël Krähenbühl. Schöne schnelle Spielzüge und Tore gab’s dazu natürlich auch. Für deren drei war der Schweizer Captain Matthias Hofbauer gleich selber besorgt. Der Spielführer übernimmt da die Verantwortung, wo sie übernommen werden muss. Sei es bei 0:0 um das Spiel ins Rollen zu bringen oder während dem Match, wenn das Spiel etwas abflacht. Ein kurzes Aufbäumen der Russen gab es dann aber doch noch im letzen Drittel. Ein Powerplay brachte das 6:1 und nur zwei Minuten später traf Konstantin Morev zum 6:2. Die Schweiz spielte danach aber wieder munter weiter und traf am Ende noch drei Mal bis zum 9:2.

Die Norweger zeigten gegen Schweden eine couragierte Leistung. Leider reichte es aber am Ende doch für nichts. Es ist zu bemerken, dass auch die Schweden heutzutage etwas mehr arbeiten müssen für ihre Siege als auch schon, aber sie sind doch noch auf einem eigenen Level. Das 10:1 Endresultat spricht wohl für sich. Für den schönsten Treffer des Abends war aber mit Sicherheit der Norweger Runar Snellingen besorgt. Norwegen erhielt kurz vor der ersten Pause die Möglichkeit auf 2:1 zu verkürzen und nutzten diese auch souverän.

Im ersten Halbfinale treffen nun Gastgeber Finnland und die Tschechen aufeinander. Ich weiss noch nicht genau was ich erwarten soll. Aufgrund des bisher Gezeigten der Tschechen, könnte es eine ziemliche Schlappe absetzen. Andererseits sind die Tschechen auch nie zu unterschätzen. Die Leistung steigt meist mit der Wichtigkeit des Spiels. Zudem hoffe ich auf die Schweizer im zweiten Halbfinale. Vor allem wenn die erste Formation weiter so gut funktioniert und auch die weiteren Linien ihre Topform ausspielen können, traue ich der Schweiz durchaus zu, Schweden herausfordern zu können.  Die Leistung der Verteidigung muss aber natürlich auch stimmen. Schweden hatte doch bisher ein eher einfaches Programm und wurden nie wirklich herausgefordert.

Aber eben, endlich geht’s los. Die obere Tribüne der Hartwall Arena wird geöffnet und es sollten dann doch auch endlich etwas mehr Zuschauer auf den Rängen zu erwarten sein. Vor allem im ersten Halbfinal erwarte ich eine gute Stimmung. Ob es aber bereits an die der letzten WM in Finnland im Jahr 2002 anknüpfen kann wird sich zeigen. Man kann aber nun sagen: Lässt die Spiele beginnen.

Video: Runar Snellingens "penalty shot" auf Eurosport 2...

Bild: Runar Snellingens "penalty shot" eingefangen von Jari Turunen.

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