Nach Linard Parlis 5-3 explodierte das kleine Grüppchen leidenschaftlicher GC-Fans endgültig. Das anschliessende Wiler-Timeout begleiteten sie mit "Wiler isch nervös"-Chören und entblössten ihre Oberkörper. Der Cupsieg, so waren sie sich sicher, war ihrem Team nicht mehr zu nehmen und der Anlass für eine ausufernde Feier damit gegeben. In diesem Trubel musste der Getränkebecher aufs Spielfeld gefallen sein. Unmittelbar im Anschluss ans Wiler-Timeout rutschten nämlich sowohl Schiedsrichter Philipp Renz, als auch Wilers Christoph Hofbauer in der rechten Spielfeldecke – gleich unter den GC-Fans – aus und fanden sich in der hektischen Schlussphase auf dem Allerwertesten wieder. Die Könizer Junioren durften nun den Saft aufwischen und auf der anderen Seite die Papierfetzen einsammeln, die aus der Wiler-Kurve den Weg aufs Spielfeld gefunden hatten. Der Speaker forderte daraufhin sowohl die heissblütigen GC-Fans, als auch die enttäuschte Wiler-Breitseite auf, ihre Getränke selber zu trinken und den Abfall gefälligst sauber zu entsorgen. Doch das war spätestens nachdem im Rahmen der Feierlichkeiten nach dem Spiel goldene Papierfetzen aufs Spielfeld regneten und Matchwinner Parli die Champagnerflasche in Valentino Rossi-Manier entkorkte und den Inhalt über den Hallenboden ergoss eine Randnotiz.
"Wir lassen die Zuschauer feiern und trinken, sofern sie friedlich bleiben", meinte Heinz Flückiger, Einsatzleiter der Berner Broncos Security. Die in schwarze Overalls gekleideten Ordnungshüter schienen beinahe gelangweilt. Einzig Bändeli und Rucksäcke mussten sie kontrollieren und Flückiger wirkte beinahe etwas enttäuscht, als er sagte, dass sie nicht einmal Personenkontrollen durchführen mussten. Die Könizer Organisatoren hatten im Vorfeld noch gezittert. Das Gespenst der GC-Hooligans, die in den letztjährigen Playoffs die Winterthurer Eintrittskontrolle in der Sporthalle Deutweg überrannt hatten, machte die Runde. Nicht wenige der unkundigen Zuschauer vermuteten denn auch einen hartgesottenen GC-Ultra als Übeltäter hinter dem vermeintlich gezielten Bierbecherwurf. Doch, wie man auf diversen Live-Tickern hatte mitverfolgen können, hatten die GC-Fussballer zu diesem Zeitpunkt in Zürich eben YB besiegt. Mit ihren leidenschaftlichen Fans auf den Plätzen im Letzigrund. Die ausgelassenen und friedlichen Anhänger der Blau-Weissen am Cupfinal waren denn auch keine fremden Unruhestifter, sondern ehemalige Teamkollegen von Meier, Scalvinoni und Co. Der Cupfinal war eine Unihockey-Fasnacht mit konstant hohem Lärmpegel und sturzbetrunkenen SML-Spielern und verkleideten Kleinfeld-Meistern noch bevor der Cupfinal der Damen angepfiffen wurde. Ein Familienfest im grossen Rahmen. Oder ein seriöser Sportanlass, an welchem einem die Vorzüge der medialen Bedeutungslosigkeit des Unihockeysports vor Augen geführt werden. Die SonntagsZeitung widmete dem Fussballmatch beinahe eine halbe Seite. Vom Cupfinal gab's trotz der ausverkauften Wankdorfhalle nur eine Notiz am Rande.




























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