Im ersten Halbfinale roch es bis zur 29. Minute nach einer Sensation. Die Tschechen kamen wie verwandelt in diese Partie. Ja, irgendwie musste man es ja erwarten. Finnland begann die Partie scheinbar in der Garderobe. Ein verhaltener und defensiver Start der Gastgeber. Bereits in der 2. Minute brachte Tomas Sladky sein Team mit einem schönen Backhandschuss mit 0:1 in Front. Henri Toivoniemi im finnischen Tor war von diesem Schuss sichtlich überrascht, wie auch die Verteidigung. Finnland fand zunächst auch kein Mittel gegen die defensiv sehr solid stehenden Tschechen. Im zweiten Drittel dann kassierte Torschütze Sladky eine Strafe. Das Geschenk nahm der Gastgeber dankend an. Den Freischlag vor dem Tor verwandelten diese innert einer Sekunde zum vielumjubelten 1:1 Ausgleich. Die Halle im Übrigen war mit stolzen 12'000 Fans gefüllt. Ein toller Anblick. Die Stimmung dürfte aber im Finale nochmals um einiges besser sein. Den Siegestreffer für Finnland schoss nur kurze Zeit später Harri Forsten, wiederum nach einer Standardsituation. Im letzten Drittel gab es für die Tschechen dann definitiv nichts mehr zu holen. Finnland spielte aggressiv und presste früh auf die Auslösungen der Gäste. Beim 4:1 und 5:1 holten sich Lassi Vänttinen und Rickie Hyvärinen jeweils den Ball in der Offensivzone und spielten dann Esa Jussila resp. Mika Kohonen frei. Finnlands Trainer Petteri Nykky nahm es auf seine Kappe, dass das Team an Anfang nicht bereit war. Die Frage bei Captain Mikael Järvi ob man nun bereit sei für den Final, wollte von diesem nicht so richtig verstanden werden. Mal schauen, ob sie es dann sind.
Die Schweiz lieferte im zweiten Halbfinal erneut eine super Partie ab. Eben dann, wenn es darauf ankommt. Taktisch sehr gut eingestellt, machten die Schweizer den Schweden das Leben schwer. Nach einem Deckungsfehler in der 12. Minute konnte Magnus Svensson die Schweden dann doch in Front bringen. Die Schweizer egalisierten den Gegentreffer aber in der 18. Minute mit dem Powerplay-Ausgleich von Simon Stucki. Das Team von Rene Berliat war um Ballkontrolle bemüht und konnte dies meist auch wunderbar umsetzen. Die Roten liessen den Ball geduldig in den eigenen Reihen laufen, ohne ihn unnötig den Schweden abzugeben. Die Torschüsse waren überlegt und nicht überhastet. Eine der wenigen Chancen für die Schweden konnte aber wiederum Mattias Helgesson in der 36. Minute nutzen. Die Schweizer erarbeiteten sich einige sehr gute Torchancen, doch die Chancenauswertung liess leider etwas zu wünschen übrig. In der 53. Minute bot sich den Eidgenossen die Gelegenheit das Spiel wieder auszugleichen. Matthias Hofbauer trat zum Penalty an, konnte aber wegen einer schnellen Fusseinlage des schwedischen Torhüters Patrik Jansson nicht reüssieren. Das Powerplay funktionierte aber wiederum sehr gut. Markus Gerber schoss und Emanuel Antener lenke vor dem Tor noch zum 2:2 ab. Doch nur Sekunden danach der Schock: Mattias Samuelsson startete vom Verteidigerplatz und Calebssons abgefälschter Quer-Lob landete bei ihm. So kam er zum freien Abschluss und dem Siegestor. So schnell kann es gehen. Wieder war die Schweiz sehr nahe dran. Auch der ehemalige Schweizer Nationalgoalie Mark Wolf bemerkte nach dem Spiel, dass die Eidgenossen sich in der Chancenauswertung noch steigern müssen. Die Schweden wären zu schlagen gewesen. Nur reichte es leider am Ende doch nicht.
Es kommt also für die Schweiz zum unangenehmen Bronzespiel gegen die Tschechen. Das finnische Publikum erhält dafür den im Voraus viel beworbenen Traumfinal Finnland – Schweden. Wobei die Zuschauer in der Halle lieber die Schweiz im Finale gesehen hätten. An Unterstützung fehlte es bestimmt nicht an diesem Abend. Der Jubel bei den Schweizer Toren war weitaus grösser als bei jenen der Schweden. Eigentlich auch keine Überraschung.
Video: Der verständlicherweise enttäuschte Adrian Zimmermann (SVWE) nach der Niederlage gegen Schweden im Interview.
Bild: Ville Vuorinen (magicalgames.fi)
Highlights (Schweizer Fernsehen)




























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