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2 days ago.
Monday, 12. December 2011 20:48
Der Fluch der Heim-WM

Schweden verteidigt den Titel an einer stimmungsvollen und hervorragend organisierten Damen-Weltmeisterschaft in St. Gallen. Nur die Leistung der Schweizerinnen passte nicht ins Bild.

Die Tränen sind getrocknet, die bitteren Niederlagen gegen Schweden und Tschechien soweit möglich verdaut. Zeit für eine Analyse, denn nach dem Turnier ist vor dem Turnier:

Gefühlt dauerte die WM in St. Gallen nur 20 Minuten. Kurz nachdem sie mit dem Halbfinal gegen Schweden so richtig begonnen hatte, war sie bereits wieder zu Ende. 1:6 lautete das ernüchternde Resultat nach dem 1. Drittel im Athletikzentrum. Die zu Beginn so wunderbare Stimmung war bereits auf dem Tiefpunkt. Nur kurz kam so etwas wie Hoffnung auf als Gabathuler den zweiten Schweizer Treffer bejubeln konnte. Doch die Schweden zeigten keine Gnade und erstickten diesen letzten Funken Hoffnung im Keim.

Dieser Rückstand wog zu schwer und bedeutete das  Aus der Schweizerinnen. So manche Träne kullerte nach dem Schlusspfiff übers Gesicht – bei Fans als auch bei den Akteurinnen. Dieser enttäuschende Auftritt sorgte nicht nur vor Ort für Unmut und Gesprächsstoff. Sätze wie „wie kann man nach 2 Jahren intensivster Vorbereitung am Tag X so ins offene Messer laufen“ oder „wieso verteidigt man gegen eine Übermannschaft wie Schweden derart offensiv und sucht das Glück in frau-orientiertem Forechecking“ waren vielerorts zu hören oder zu lesen. Antworten auf diese Fragen suchte man zu diesem Zeitpunkt vergebens.

Fraglos das beste Team dieser Spiele waren die Schwedinnen. Sie spielten schlicht in einer eigenen Liga, waren ihren Gegnerinnen in jeder Hinsicht überlegen und dürfen sich am Ende des Tages verdientermassen als Weltmeister bezeichnen. Die Enttäuschung über das Abschneiden der Heimmannschaft wird dadurch nicht kleiner. Zu viele individuelle Fehler beging man im Halbfinale und auch im Spiel um Bronze konnte man die Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. Doch danach ist man immer schlauer und die Frage „was wäre wenn“ ist müssig. Nun ist es an Swissunihockey eine tiefgründige Analyse der Geschehnisse vorzunehmen und die Fehler aufzudecken. Will man die Schwedinnen an der nächsten WM in 2 Jahren ernsthaft konkurrieren, braucht es Massnahmen, die mit aller Konsequenz umgesetzt werden.

Abschliessend bleibt zu sagen, dass die Weltmeisterschaft, die im Vornherein für einige Probleme sorgte, Lust auf mehr gemacht hat. Die „Hauptprobe“ für die Herrenweltmeisterschaft im Dezember 2012 ist mehr als geglückt. St. Gallen und insbesondere das Athletikzentrum waren der optimale Austragungsort für diese Titelkämpfe. Die Zuschauer sorgten für eine stimmungsvolle Atmospähre, die Ausrüster hatten direkt in der Haupthalle Platz, um ihre Produkte zu präsentieren und die grosszügige Architektur erlaubte es den Kameraleuten professionelle Bilder zu produzieren.

Es bleibt zu hoffen, dass es an der Herren WM im kommenden Jahr sportlich besser läuft. Dass die Schweizer einen Anlass perfekt organisieren können, wurde bewiesen und sollte das kleinere Problem sein.

(© André Burri, frozenlight.ch / wfc2011)

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