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2 days ago.
Saturday, 15. January 2011 17:18
Berliat ohne Reue

Wer René Berliat kennt weiss, dass es bei ihm nur zwei Arten gibt, etwas zu tun: Ganz oder gar nicht. Nun hat er sein Amt als Cheftrainer der Schweizer Unihockey-Nationalmannsschaft niedergelegt. Weil er es aus seiner Sicht nicht mehr "ganz" ausführen könnte. "Die Zeit war der Hauptgrund", so Berliat. Ein Privatleben abseits der Unihockeyfelder will er sich bewahren, in der Konstellation der letzten vier Jahre war das kaum mehr möglich. Die WM in Helsinki hat viel Energie gekostet und eine Heim-WM würde mit Bestimmtheit einen zusätzlichen Effort bedeuten. Zudem betreut er mit der Könizer U21 eine ambitionierte Equipe voller Talent. "Die Arbeit mit den Jungs macht viel Spass", sagt Berliat und fügt an, dass er "die wöchentliche Arbeit mit einer Mannschaft sehr schätzt". Es war jedoch keine Entscheidung gegen die Nati und für die Junioren. Auch wenn man weiss, dass er mindestens ebenso gerne Spieler formt, wie er geformte Spieler coacht.

Doch auch die Enttäuschung über die zweite knappe Niederlage im Halbfinal in Serie war ein Grund, weshalb er nun einer neuen Kraft an der Schweizer Bande Platz macht. "Ich würde plus/minus alles bis und mit Halbfinal nochmals genau gleich machen", betont Berliat. Vor zwei Jahren habe man den Turnaround im Bronzespiel nochmals geschafft. Dies gelang an der letzten WM nicht mehr. „Es gab viele im Team, die diese Situation nun bereits ein zweites Mal erleben mussten mit dem Unterschied, dass dieses Mal der Fokus wirklich nur noch auf das Erreichen des Finals gelegt war. Die Enttäuschung nach dem Halbfinal war nochmal eine Dimension grösser als im Jahr 2008. Zusätzlich war der Umstand, dass die Tschechen wohl von Anfang auf Bronze spielten, in dieser Situation entscheidend“, führt er weiter aus. Dabei ist er fest überzeugt, dass Peter Düggeli und er ihre Glaubwürdigkeit bei den Spielern verloren hätten, wenn sie nur einmal in dieser Kampagne von einem eventuellen Bronzespiel statt vom Final gesprochen hätten. Die Schweiz wollte unbedingt in den Final. Und nahm dabei das Risiko, dass sie nur auf Rang 4 landen würde, bewusst in Kauf. „Wir wollten um alles in der Welt Gold und verloren wohl dadurch am Schluss Bronze. Ich hoffe, dass sowohl der neue Trainer, wie auch die Spieler den Mut aufbringen werden, diesen Weg konsequent weiterzugehen!“

Die Kritik im Anschluss ans Turnier hat er nicht als heftig empfunden. Man müsse unterscheiden können, wer was sagt, ob man mit seinem richtigen Namen wage hinzustehen und ob die Kritik auch detailliert und konkret sei. Denn was auf internationalem Parkett ablaufe, könnten nur wenige seriös beurteilen. Er hält fest, dass Mark Wolf von Swiss Unihockey nahe beim Team gewesen sei und die Arbeit der Trainer damit auch wirklich beurteilen kann. Und freute sich besonders über Marc Dyslis klare Worte im Tagebuch auf der Website von Swiss Unihockey. "Leider wagen sich zu wenige Spieler mal so klar Stellung zu beziehen", so Berliat weiter. Enttäuscht ist er hingegen vom Verhalten einiger weniger Exponenten des Vereins, der am meisten Spieler gestellt hat, dem SV Wiler-Ersigen. „Denen war meine und Peter Düggelis Person immer ein Dorn im Auge. Immerhin haben sie sich nun mehr oder weniger anonym geoutet. Ich bin überzeugt, dass immer mehr Leute merken werden, dass es diesen Personen nicht wirklich um das Schweizer Unihockey auf Nationalmannschaftsebene geht. Auch wenn sie genau das fast gebetsmühlenartig immer wieder behaupten“. Hätte es seiner Meinung nach ein unabhängiger Ausländer, der nicht mit einem bestimmten Verein in Verbindung gebracht wird, da einfacher? "Ich bezweifle es, da es einfach ein paar wenige Personen im Schweizer Unihockey gibt, die immer versuchen werden, Unruhe zu stiften, solange nicht sie selber Konstellationen bestimmen können“.

Es sind klare Aussagen, mit denen Berliat wieder ein Kapitel seines Unihockeylebens abschliesst. Wann und wo das nächste beginnt, weiss er noch nicht. "Ich möchte diese Saison erstmal erfolgreich mit meiner U21 zu Ende bringen und den Rest auf mich zukommen lassen", sagt er zum Schluss.

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