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2 days ago.
Saturday, 31. December 2011 11:06
„Weil ich der brillanteste Trainer bin!“

Nach der Damen-WM ist vor der Herren-WM. Im kommenden Dezember messen sich die besten Teams in Zürich und Bern. Jan-Erik Vaara, der die Schwedinnen zu überlegenem Gold führte, wird auch wieder mit von der Partie sein. Dieses Mal jedoch als Headcoach der schwedischen Herren Auswahl. Das floorballstar.com Team hat sich mit Vaara und seinem Assistenten Gunnar Bonnedahl unterhalten. Ausschnitte von diesem Gespräch gibt es hier:

fbs.com: Im nächsten Dezember findet die Männer Weltmeisterschaft in der Schweiz statt. Jan-Erik, Du bist auch für das Herrenteam Schwedens verantwortlich. Leidet Schweden an einem akuten Trainermangel oder wieso hast Du auch noch die Herren Nationalmannschaft übernommen?
Jan-Erik Vaara (JEV): Wahrscheinlich weil ich der brillanteste Trainer in ganz Schweden bin, oder sogar im ganzen Universum. (lacht laut)

Wie stehen die Chancen, dass die in der Schweiz engagierten Schweden, z.B. Henrik Quist oder Frederik Djurling, aufgeboten werden?
JEV: Bei Quist ist es eine Frage seines Gesundheitszustands. Ich glaube, dass er nach seiner schweren Knieverletzung noch nicht zu 100% fit ist. Wir planen Henrik wieder zu integrieren, wenn er vollständig genesen ist. Wir werden sehen, ob wir die Zeit und Energie finden, um die beiden in der Schweiz zu beobachten. Im Allgemeinen werden die Nominationschancen durch einen Wechsel in die SML aber nicht beeinträchtigt.

Wie stark schätzt ihr die Swiss Mobiliar League ein?
JEV: Ich kenne die SML nur bedingt, kann aber mit Bestimmtheit sagen, dass die Chancen ins Nationalteam zu kommen nicht vermindert werden, wenn ein schwedischer Nationalspieler in die Schweiz wechselt.

Gunnar, wirst Du Jan-Erik auch im kommenden Jahr als Assistent begleiten?
Gunnar Bonnedahl (GB): Nein nein, ich konzentriere mich auf die Frauen. (lacht ebenfalls)

Bei den Männern ist die Ausgangslage eine andere als bei den Damen. Die Finnen gewannen die letzten beiden Turniere und haben den Schweden den Rang als beste Unihockeynation abgelaufen. Wie seht ihr das?
GB: Schweden war über eine solch lange Zeit die führende Nation in Sachen Unihockey. Diesen Platz an der Sonne zu verteidigen, ist weit schwieriger, als dort anzukommen. In dieser Zeit fokussierten wir uns aber zu wenig darauf, das Spiel weiter zu entwickeln. Finnland kam somit immer näher und näher und hat uns schliesslich überholt. Die Ausgangslage hat sich dadurch verändert. Aus dem Gejagten wurde der Jäger. Dies ist eine unglaublich grosse Motivation, das Unihockey in Schweden weiter zu bringen.

Zurück zum Damen-Unihockey. Wie seht ihr das Unihockey in Zukunft? Die Ausgangslage, immer gegen die üblichen 3 Nationen zu spielen, ist ein wenig langweilig. Wo seht ihr den Sport in 5-10 Jahren?
GB: Der IFF hat sich in den letzten Jahren darauf fokussiert, Unihockey auf der ganzen Welt zu verbreiten. Damit sich Unihockey als olympische Disziplin bewerben kann, braucht es 50 nationale Verbände. Dies ist einerseits sehr gut, da vielmehr Geld von den jeweiligen Ländern in den Sport gesteckt wird, falls Unihockey in näherer Zukunft olympisch werden sollte. Dies könnte einen unglaublichen Schub auslösen. Die Sportart würde explodieren und in 10 Jahren heisst der Weltmeister Russland. Aber eben, falls das passiert.
Andererseits gibt es zur Zeit sehr viele Nationalteams, die jedoch sehr schlecht sind. Der IFF muss die Entwicklung der existierenden Teams vorantreiben, damit das Niveau auch ausserhalb der Top 4 Nationen steigt.

Welche Länder werden in Zukunft zu den Top-4 Nationen aufschliessen? Was denkt ihr?
JEV: Ich denke Deutschland. Aber erst in 10-15 Jahren.
GB: Das glaube ich auch. Wichtig wird sein, dass die Anzahl der lizenzierten Spieler und Spielerinnen zunimmt. Um die etablierten Nationen zu konkurrieren, brauchen sie mindestens 50‘000 Spieler und Spielerinnen.

Wo siehst Du dich persönlich, Jan-Erik, in 5-10 Jahren?
JEV: Mein Vertrag mit dem Männernationalteam beginnt ab Januar und ist auf 3 Jahre datiert. Was ich danach mache, ist noch offen. Ich werde danach aber wohl nicht mehr für den schwedischen Verband arbeiten.

Dann suchst du nach anderen Herausforderungen? Im Bereich Unihockey?
JEV: Ja. Ob im Unihockey oder nicht, ist im Moment schwer zu sagen. Das werden wir sehen.

Jan-Erik, erzähl uns zum Abschluss etwas über dein Verhältnis zu Mark Wolf. Ihr hattet beinahe eine Vater-Sohn Beziehung, als Mark Wolf das Tor von Karlstad hütete? Wie es für dich, ihn wieder zu treffen?
JEV: Es ist natürlich sehr schön, ihn wieder einmal zu sehen. Aber ich würde sagen, wir waren eher wie Brüder, nicht wie Vater und Sohn (lacht). Wir haben uns damals, neben vielen anderen Dingen, die Wohnung geteilt.(lacht erneut)

Dein ehemaliger Mitbewohner hat uns folgende Aussage zukommen lassen: "Er (Vaara) hat sich schon damals sehr für das weibliche Geschlecht interessiert und ich fand es mutig vom schwedischen Verband, dass sie ihm gleich eine ganze Mannschaft anvertraut haben ;-)!" Was sagst Du dazu?
JEV: No comment! (lacht erneut)

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