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WM-Hauptprobe missglückt!

Am vergangenen Wochenende weilte die Schweizer Nationalmannschaft im finnischen Hämeenlinna um sich an der Euro Floorball Tour für die kommende Weltmeisterschaft einzuspielen. Keines der drei Spiele gegen Finnland, Schweden und Tschechien konnte gewonnen werden. Von Sutter Manuel // Mittwoch, 05. November 2014

Die Schweizer Auswahl bereits reiste mit einigen Personalsorgen an, was die Ausgangslage kompliziert machte. Zwei zuverlässige Skorer, Emanuel Antener und Manuel Engel, sind nach verletzungsbedingten Pausen noch nicht auf ihrem physischen Maximum und Paolo Riedi fehlt momentan die Spielpraxis beim schwedischen Verein Warberg IC. Während die genannten drei Spieler die Reise trotzdem antraten, musste man auf bewährte Kräfte wie Christoph Hofbauer, Florian Kuchen, Manuel Maurer sowie Markus Gerber aufgrund von Verletzungen komplett verzichten.

Schwaches letztes Drittel gegen Schweden
Gegen den Rekordweltmeister sah lange vieles gut aus. Nach 40 Minuten lag die Schweiz mit 1:2 in Führung, man hatte das Spiel weitestgehend unter Kontrolle. Nico Scalvinoni hatte in beiden Spielabschnitten jeweils einen Treffer erzielt. Was dann im dritten und letzten Drittel passierte, war aus Schweizer Sicht frustrierend: Fünf Minuten nach der Pause konnte Schweden in Überzahl ausgleichen und begann sich in einen Rausch zu spielen. Innerhalb von knapp 4 Minuten gelangen den Skandinaviern drei weitere Tore und die Niederlage unserer Nati war besiegelt. Auch der Versuch, mit einem zusätzlichen Feldspieler nochmal heranzukommen, änderte nichts. Ganz im Gegenteil: Schweden traf erneut zum Endresultat von 6:2.

Desolater Start gegen Finnland
In der ersten Partie gegen Schweden war es ein verhextes letztes Drittel, gegen Finnland ein katastrophaler Start, welcher den Schweizern die Partie verdarb. Bereits nach knapp zwei Minuten musste Torhüter Meier ein erstes Mal hinter sich greifen. Nach gut sechs Minuten war auf der Anzeigetafel neben dem Kürzel „FIN“ bereits die Zahl „4“ zu lesen, während von Schweizer Seite her noch niemand einnetzen konnte. Immerhin trafen Simon Stucki und Moritz Schaub darauf noch je einmal und, nach einem weiteren finnischen Treffer, verschwanden die Teams  mit einem Zwischenstand von 5:2 in den Katakomben. In der Folge konnte die Schweizer Auswahl noch einigermassen mithalten, doch der Rückstand aus dem ersten Drittel war nicht mehr einzuholen. Die Partie wurde schlussendlich mit 8:3 verloren.

Gut eingespieltes Tschechien
Der tschechische Nationalmannschaftscoach Radim Cepek setzt seit Amtsantritt auf Kontinuität und somit auf mehr oder weniger dieselben Kräfte. Seine Equipe ist gut eingespielt und jeder kennt die Laufwege und Denkweisen seiner Mitspieler. Diesem  harmonierenden Team gelang gegen die Schweiz ein klarer 0:5 Sieg, wobei dieses Resultat doch eine allzu deutliche Sprache spricht. Tschechien hat diese Partie zwar verdient gewonnen, doch wäre ein knapperes Ergebnis keine Schande gewesen. Ein Blick auf die Statistik bestätigt dies: Martin Hitz hatte neun Saves, die gegnerischen Torhüter gemeinsam 19. Addiert man die fünf kassierten Tore resultiert daraus ein Schussverhältnis von 14 zu 19 Schüssen auf das jeweilige Gehäuse.

Fragen über Fragen über Fragen...
Mit drei Niederlagen aus drei Spielen, nur einen Monat vor der Weltmeisterschaft in Göteborg, verlief diese EFT enttäuschend und Nationalcoach Petteri Nykky muss sich mit einigen Fragen auseinandersetzten. Wie können derart schlechte Spielphasen, wie wir sie gegen Finnland und Schweden gesehen haben, vermieden werden? Wie kommen wir zu mehr Toren (nur fünf Tore in drei Partien!)? Welche momentan verletzten und angeschlagenen Spieler sind im Dezember fit und in guter Form? Setze ich lieber auf einen angeschlagenen Routinier oder einen gesunden Youngster?
Hinzu kommt, dass bei der Schweizer Nati noch sehr viel experimentiert wurde. Linien wurden umgestellt, sogar die defensiv-taktischen Systeme schienen noch nicht definitiv gefunden und bestimmt worden zu sein. Bis zur WM soll hier das Optimum herausgeholt, Feinabstimmungen gemacht werden.

Pessimisten sehen momentan schwarz, Realisten warten zuerst gespannt auf die ersten Resultate der WM und Optimisten schenken der vergangenen EFT nicht allzu viel Bedeutung.

HOPP SCHWIZ!

 

Bild: swissunihockey.ch