» Drucken

Unihockeyschulen

Das Unihockey und die Ausbildung gekonnt unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. Doch immer mit Unihockeyschulen kann das Problem gelöst werden. Von Luca Graf // Donnerstag, 21. August 2014

In der Schweiz gibt es über 50 Sportschulen, an welchen der Spagat zwischen Sport und Ausbildung erleichtert werden soll. Nicht immer ist es als Unihockeyspieler möglich, solche Möglichkeiten zu Nutze zu machen. Die Aufnahmekriterien können leider als Unihockeyspieler nicht immer erfolgreich erfüllt werden. Zudem bieten die Schulen keine Sportartenspezifische Ausbildung an. Ganz anders an der Unihockeyschule in Erlen.

Unihockeyschule in Erlen

Seit Sommer 2005 ist die Sporttagesschule in die Sekundarschule Erlen integriert, eine  Anlaufstelle für ambitioniert Schweizer Jungathleten. Pro Jahr werden dort rund 30 talentierte und leistungswillige Unihockeyspieler an der von swiss Unihockey patentierten Schule aufgenommen. Das Konzept ist einfach. An den Vormittagen besuchen die Schüler den Kernunterricht, integriert in den Stammklassen der Sekundarschule. Die obligatorischen Lernziele sollten so erreicht werden. Am Nachmittag findet das Sporttraining statt, sowie die individuelle Lernphase. Angegliedert ist die Sportschule am lokalen Unihockeyverien, Floorball Thurgau und dem Dachverband Floorball Thurgau. Die Spieler laufen somit grösstenteils für das Team Thurgau auf. Die Kosten für die Absolventen in Form eines Mitgliederbeitrags sind nicht gross und dienen der Deckung der eigenen Unkosten (Trainerentschädigung / Miete Sporthalle). Ansonsten wird die Schule durch diverse Sponsoren unterstützt. Die Vision der Schule ist klar. Die Verbindung zwischen Schule und Sport soll optimiert werden.
Mit den ersten A-Nationalmannschafts Länderspielen durch Luca Altwegg wurde der wohl grösste individuelle Erfolg bis anhin verzeichnet. Daneben befinden sich vermehrt Schüler der Schule in den nationalen Auswahlkader. Mit Nico Gröbli und Nils Conrad wagen dieses Jahr auch zwei Ehemalige den Sprung nach Schweden.

Der Vergleich:
Zum Schluss wagen wir noch kurz den Blick über die Landesgrenzen hinaus. Denn vorallem Schweden ist uns in Sachen Ausbildung mit Unihockey verbunden ein paar Jahre im Voraus. Unihockeygymnasien gibt es im Norden schon lange.
Auf drei verschiedenen Niveaus wird der staatlich geprüfter Unihockeyunterricht angeboten. Zum einen gibt es das Elitegymnasium in Umea, an welchen pro Jahr elf selektionierte Talente ihre Fähigkeiten verbesseren können. Ziel ist es, später Weltklasse Unihockeyspieler mit internationalem Niveau hervorzubringen. Immernoch ambitionös sind die sogenannten NIU Gymnasien, von welchen es mehrere im Lande verteilt gibt. Auch hier gibt es ein strenges Auswahlverfahren, so dass die Zielsetzung zur Ausbildung nationaler Athleten gewährleistet werden kann.  Für Jugendliche, welche grosse Freude am Unihockey haben, vielleicht aber nicht die grössten Ambitionen, sind die lokalen Gymnasium die richtige Anlaufstelle. Im ganze Land bieten momentan 36 Schulen die aktive Unihockeyförderung an, Tendenz steigend.

Bild: tguv.ch