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Ohne Halle kein Spitzenunihockey

Der Druck auf die Vereine nimmt zu. Immer mehr Teams mit immer mehr Trainingseinheiten gilt es in die knappen Hallen-Ressourcen zu integrieren. // Mittwoch, 18. September 2013

Eine Herkules-Aufgabe, die bei weitem nicht immer zu meistern ist. Zunehmend ziehen es Vereine in Betracht, den Spiel- und Trainingsbetrieb auf eigene Beine zu stellen und eine Halle zu bauen. 

Diese Pläne verfolgte man auch in der Zürcher Agglomeration beim UHC Dietlikon. Präsident Andi Rebsamen erklärt: „Die Hallensituation ist sehr unbefriedigend, vor allem seit der Verband zusätzliche Playoff-Auflagen herausgegeben hat. Diese verunmöglichen es in unserer Heimstätte, der Hüenerweid, Playoff-Partien auszutragen.“ Zuerst habe man sich für die Pläne der Gemeinde eingesetzt, eine Dreifachhalle zu bauen. Zweimal scheiterte das Projekt an der Urne. So entschieden sich die Verantwortlichen beim UHC Dietlikon den Alleigang zu wagen. „Wir hörten vom erfolgreichen Projekt der Unihockey-Arena in Schönbühl und wollten ein ähnliches Konzept umsetzen“, meint Rebsamen. Die Finanzierung sei zum grossen Teil gestanden. Die unüberwindbaren Hindernisse stellte die Gemeinde Dietlikon in den Weg. Das Baurecht für das Land wurde nicht erteilt und die Schule wollte auch nicht als Mieter der Halle einsteigen. Diese hatte nämlich in der Zwischenzeit die Pläne für eine Einfach-Halle vorangetrieben und wollte diese nicht mehr stoppen. 

So standen die Beteiligten mit einer kleinen Halle da, die nur das Problem der Schule löste, nicht aber jenes der Unihockeyaner. Was den Bau einer eigenen Halle ebenfalls verunmöglichte, waren Widerstände der Bevölkerung. „Weil nicht alle Spielerinnen in Dietlikon aufgewachsen waren, machte der Turnverein Stimmung gegen unser Projekt“, sagt Rebsamen konsterniert. Ein drittes Problem stellten die umwelttechnischen Anforderungen dar. Weil Dietlikon das Label "Energiestadt" besitzt, sind die Vorschriften für Neubauten punkto Energieeffizienz streng. Zu streng für den Verein. "Wir hätten die Halle günstigen bauen können. Aber mit diesen Vorschriften ist es unmöglich", wie Rebsamen weiss. So muss der NLA-Verein weiterhin in der Hüenerweid spielen oder allenfalls nach Zürich in die Hardau ausweichen. 

Rebsamen nennt die Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit der Bau einer eigenen Halle möglich ist: „Man muss die Unterstützung der politischen- und der Schulgemeinde haben, das Land im Baurecht bekommen und der Verein muss in der Bevölkerung breit abgestützt sein.“ Bei dieser Aufzählung fehlt die Finanzierung absichtlich. Heutzutage sei es möglich mit Sponsoren und weiteren Hilfsmitteln eine Halle zu finanzieren, ist er überzeugt. Eigentlich erstaunlich, dass nicht mehr Heimstätten entstehen. Ein Argument hat Rebsamen nicht erwähnt. Wohl weil er jenes verkörpert. Es braucht einen Antreiber, jemand mit Pioniergeist und Weitsicht.   Der Traum einer Halle in Athen.

Quelle Bild: www.wikipedia.com