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Kohonens Comeback

Mika Kohonen hat die Depression überwunden und lehrt den Gegnern wieder das Fürchten. Von Antti Uimonen // Dienstag, 04. November 2014

Finnlands bester Unihockeyspieler aller Zeiten gab an der Euro Floorball Tour in Hämeenlinna sein Comeback im Nationalmannschaftsdress. Kohonen, Tero Tiitu und Rickie Hyvärinen bildeten das erfahrenste Sturmtrio am Turnier.

Von Finnlands Vorstellung im Schweden-Spiel hatte Kohonen ein klares Bild. In der WM Hauptprobe unterlag Finnland Schweden mit 2:4.
– Wir haben Heute gut gekämpft. Auch Chancen waren vorhanden. Aber wir waren Ineffizient. Ein paar Bälle gingen zu einfach rein bei uns und ich war dabei auch mal auf dem Feld. Wir sollten ein, zwei Tore weniger kassieren, doch zwei geschossene Tore sind auf der anderen Seite auch zu wenig. Knapp war's und am Ende gewann Schweden. Im Dezember gewinnen dann wir.

Kohonen legte wegen einer Depression eine Pause beim Verein und der Nationalmannschaft ein. Am EFT war er noch nicht ganz in bester Form, glaubte aber, im Dezember wieder auf dem bestem Level zu sein.
– Es hat extrem viel spass gemacht und ich kann auch gut mithalten. Dies mit nur ein Ligaspiel im letzten halben Jahr. Nun sind es noch 1 1/2 Monate bis zur WM. Es war wichtig in dieser Phase auch wieder Praxis in der Nationalmannschaft zu sammeln und zu trainieren. Die ersten paar Schritte sind momentan noch etwas schwerfällig. An der Spritzigkeit und an der Praxis allgemein muss ich noch arbeiten. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass ich und das Team im Dezember bereit sein werden.

Für Kohonen waren der Sommer und der Herbst eine schwierige Zeit. Der Ton hat sich aber wieder verändert und er scheint das Leben und vor allem jenes im Unihockey wieder mit vollen Zügen zu geniessen.
– 18 Jahre sind es nun schon mit der Nationalmannschaft. Das war schon sehr schön. Lange musste ich mit dem Körper oder der Psyche kämpfen. Die ganze Woche hier war ein grosser Aufsteller. Das erste Mal in der Nati war schon speziell, aber genauso war es dieses Mal. Es ist schön zu trainieren, im Hotel zu sein, Sitzungen zu haben und bei der Mannschaft dabei zu sein. Ein gutes Team und eine gute Stimmung, obwohl der Kampf um die Plätze gross ist.

Die Situation in der sich Kohonen befindet ist für ihn in seiner Karriere etwas komplett Neues. Nach der überraschenden Erkrankung geht er aus einer etwas anderen Position ins Rennen als seine Mitbewerber.
– Die Zeit war sehr knapp. Ich musste hart trainineren, aber auch so, wie es das Knie und der Verstand zuliessen. Natürlich wurde die Basis im Sommer und Herbst mit der Ruhe gelegt. Es geht noch um Finessen. Ball und Stock fühlen sich normal an, aber die Physis und Kondition müssen noch verbessert werden. Das Gehirn kennt und sieht die Sachen auf dem Feld wie früher, aber es gibt momentan eine Verzögerung von einer halben Sekunde, welche mit der Praxis wieder korrigiert werden kann. Das kommt dann von selber, wenn die Füsse mitlaufen.

Bildquelle: Salibandyliiga