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Doping

Ja, auch wir Unihockeyaner sind den Dopingbestimmungen unterstellt. Zwar sind bis jetzt noch keine grossen Diskussionen entstanden, dennoch ist das Thema nicht ganz unwichtig. Weswegen es kurz thematisiert werden sollte. Von Luca Graf // Mittwoch, 13. August 2014

Klar, in anderen Sportarten wie z.B. dem Radsport ist das Doping ein Dauerbrenner. Jeder Radliebhaber scheint informiert zu sein oder wird zwingend damit konfrontiert.  Wie sieht es eigentlich im Unihockey aus? Die Athleten stehen ja auch unter den „strengen“ Kontrollen der Antidoping Schweiz. Wir versuchen, ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen.

Antidoping Schweiz:

Im sogenannten Schweizer „registrierten Kontrollpool“ befinden sich alle Spieler/Spielerinnen, welche in einer Nationalmannschaft spielen (Aktive oder U19) oder in der NLA dem Lochball hinterherjagen. Das hat zur Folge, dass für eine Spielberechtigung zwingend eine Unterstellungserklärung ausgefüllt werden muss (Achtung: diese muss bis zu drei Tagen vor dem ersten Einsatz beim Verband eingereicht werden). Mit der Unterschrift des Athleten bestätigt dieser, auf jegliche Art von Doping zu verzichten. Die Unterzeichnung der Unterstellungserklärung bringt Pflichten für den Spieler mit sich. Grundlegend ist der jegliche Verzicht von Doping, sprich verbotene Substanzen oder verbotene Methoden. Eine abschliessende Auflistung der Verstösse gegen die Anti-Doping-Bestimmungen kann im Doping-Statut von Swiss Olympic nachgelesen werden. Diese wird jährlich angepasst. Allfällige Änderungen müssen durch den Sportler selbständig ausfindig gemacht werden. Eine Nichtkenntniss schützt nicht vor einer allfälligen Bestrafung! Ebenfalls hat der Sportler die Pflicht, allfällige Veränderungen seines Aufenthaltsort von über 24h Anti-Doping Schweiz zu kommunizieren. Dies geschieht meist über den Mannschaftsverantwortlichen. Wie seriös diesen Anforderungen allerdings Gefolge geleistet wird, sei dahin gestellt. Pflicht wäre es aber.

Sanktionen:
Im Falle eines Verstosses gegen die Anti-Doping-Bestimmungen muss mit folgenden kummulierbaren Sanktionen gerechnet werden:

-Sperre mit zeitlicher Beschränkung
-Geld-Busse
-Aberkennung von Preisen
-Verwarnung
-Publikation des entscheids der disziplinarkammer für Dopingfälle Swiss Olympic

IFF Doping Pool:
Neben dem „registrierten Kontrollpool“ in der Schweiz, gibt es auch einen internationalen Pool des IFF (International Floorball Federation). Die Trainer der Nationalmannschaften müssen zwei Spieler „nominieren“, welche dem internationalen Pool angehören. Die Spieler müssen sich online registrieren und in diesem Online Portal ihren persönlichen Kalender über ihre Aufenthaltsorte führen. Sowohl die Wohnadresse als auch die Teamtrainings und Veränderungen dieser Konstanten (Trainingslager, Nationalmannschaft, Ferien) müssen laufend eingetragen werden. Zudem muss jeder Sportler täglich während eines "time slots" von einer Stunde für eine Kontrolle zur Verfügung stehen. Der Spieler befindet sich ca. 6 Monate in diesem Pool und wird dabei ein bis zweimal kontrolliert.

Das Jahr 2013:
Anlässlich der „Say NO to Doping“ Kampagne des IFF wurden Statistiken zum Doping im Jahr 2013 veröffentlicht. So waren alle 397 Dopingproben der sechs führenden Unihockeynationen des internationalen Verbands erfreulicherweise negativ. Ersichtlich wird auch, dass in der Schweiz deutlich weniger kontrolliert wird als in Skandinavien. In Schweden wurde insgesamt 154 Mal getestet, gefolgt von Finnland mit 137 Mal. Die Schweiz belegt nur Rang fünf in der Häufigkeitsrangliste, mit 17 Kontrollen.

Bild: sport.sky.it