Der Fluglärm scheint den Verantwortlichen der Jets ziemlich zugesetzt zu haben. Kommen die doch tatsächlich auf die Idee, einen 1.Liga-Spieler aus Bern zu verpflichten. Ein Greenhorn ohne Erfahrung in der SML, ohne Grossklub-Ausbildung. Allen Vorurteilen und Bedenken zum Trotz, ich werde diese Saison bei den Zürcher Unterländern spielen.
Noch sind aber meine grössten Herausforderungen nicht die Thuts, Meiers und Streits oder wie sie alle heissen, sondern mein Umzug von Bern nach Zürich. Da ich mit Studium, Arbeit und Training kaum eine freie Sekunde habe, konnte ich einen Grossteil meiner Sachen noch immer nicht zügeln. So beschäftige ich mich permanent mit der Frage, wo brauche ich wann was? Mühsam...
Nun aber zum viel diskutierten Verhältnis zu meiner neuen Heimatstadt Zürich. Berner mögen die Zürcher nicht, Bündner mögen die Zürcher nicht, Basler mögen die Zürcher nicht, die Aargauer sowieso nicht. So müsste man ein gebeuteltes Volk in der grössten Schweizer Stadt erwarten. Ich wohne zwar noch nicht lange in der Löwen-Stadt, da ich aber bereits im fünften Semester bin mit meinem Studium, konnte ich einige Erfahrungen sammeln: Gebeutelt sind sie nicht die Zürcher, im Gegenteil. Die Meinung anderer Eidgenossen ist ihnen nämlich schlicht egal! Die oft zitierte Stadtzürcher-Arroganz existiert tatsächlich... Sie nehmen gar nicht wirklich wahr, was ausserhalb ihrer Stadtmauern geschieht und wenn, dann nehmen sie es nicht ernst. Man müsste es also eher Desinteresse nennen. Das ist aber meine subjektive Meinung, die hoffentlich falsch ist...
Glücklicherweise sind meine neuen Teamkameraden keine selbstverliebten «Hippster». Ich trainiere nun seit zirka zwei Monaten im Team und habe einen sehr positiven Eindruck gewonnen. Punkto Training ist der Unterschied zu den Bern Capitals nicht riesig, Sommertraining bleibt Sommertraining, wobei natürlich die Anzahl Einheiten grösser ist... Warum die Jets Jets heissen wird dabei offensichtlicher denn je: eine der Start-Landepisten des Flughafen Kloten ist geschätzte 200 Meter vom Trainingsgelände entfernt. Das kann auch Mal dazuführen, dass ein Pfiff beim Intervall-Training untergeht, ärgerlich...
Was das Drumherum betrifft schon ist der Unterschied grösser. Alleine schon unser Heimstätte, die Ruebisbachhalle, ist fantastisch! Zwar zehren, wie an anderen Orten, die Handballer an den Nerven, aber das sind Peanuts... Der fixe Platz in der Garderobe ist eigentlich ein Detail, trotzdem versprüht es ein gewisser Duft von Professionalität! Und wehe man setzt sich an den falschen Platz...
So kann ich festhalten, dass die ersten Wochen anstrengend, aber sehr interessant waren! Ich kann es schon jetzt kaum erwarten, die Saison zu starten!



























