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Wednesday, 07. March 2012 15:44
Antithese: Schlussspurt in der Superliga
von Emanuel Antener

Zwei Runden vor Qualifikationsschluss präsentiert sich die Situation in der schwedischen Superliga ausgeglichener denn je. Gefallen sind die Entscheidungen erst an den beiden Enden der Rangliste: Meister Storvreta holt sich erstmals den Qualisieg, während mit Sirius die zweite Mannschaft aus Uppsala nach drei Jahren in der höchsten Liga als Absteiger feststeht. Im Dreikampf um den zweiten Abstiegsplatz hat Umea City die schlechtesten Karten. Mullsjö hat sich nach einem schwachen Saisonstart markant gesteigert und einige Topteams bezwungen; Aufsteiger Jönköping mit Johan Anderson (Ex-Malans), der in der Skorerwertung vorne mitmischt, holte nach einem überzeugenden Herbst im Frühjahr kaum noch Punkte und rutschte in den Abstiegsstrudel hinein.

Noch spannender zu und her geht’s rund um den Playoffstrich. Theoretisch balgen sich sechs Teams um vier Plätze, realistisch gesehen wird’s ein Vier- bis höchstens Fünfkampf um zwei bis drei Plätze an der Sonne. Eine dicke Überraschung, aber nach einer beeindruckenden Saison nicht unverdient wäre eine Playoffteilnahme von Tyresö Trollbäcken. Der Aufsteiger hat mit Ausnahme Victor Ferraresis kaum klangvolle Namen im Kader. Ein Handicap besteht jedoch darin, dass der überragende Torhüter Benjamin Löfdahl für die entscheidenden Partien ausfällt.

Ganz eng wird’s für die beiden Giganten der Nullerjahre, Warberg und AIK, die beide unter dem Strich liegen. Für AIK sprechen die Aufwärtstendenz (zuletzt drei Siege in Serie), das beste Torverhältnis der Strichteams und das vermeintlich leichte Schlussprogramm. Vermeintlich deshalb, weil es nur auf dem Papier ein Vorteil ist, auf ein abstiegsgefährdetes Team zu treffen als auf ein Topteam, für das es um nichts mehr spielt. Warberg erhielt die Hoffnung mit einem Sieg im Fernsehspiel beim Tabellenzweiten Falun am Leben und holte dabei nebst wichtigen Punkten viel Selbstvertrauen.

Das Playoffrennen aus der Ferne verfolgen Falun und Pixbo Wallenstam (mit Florian Kuchen), bei denen es einzig noch darum geht, wer sich Rang zwei sichert. Dass sich diese beiden Vereine an der Spitze etabliert haben, hat wenig mit den schwachen Leistungen der prominent besetzten Warberg, AIK und Dalen zu tun. Vielmehr haben diese beiden Vereine eine klare Strategie, die sie seit mehreren Jahren verfolgen. Sie holen junge Spieler, schenken ihnen viel Vertrauen und lassen mehr und mehr ein kreatives und konstruktives Unihockey spielen. Falun leitete vor einigen Jahren, ungefähr seit sie dank der vereinseigenen Halle über eine fantastische Infrastruktur verfügen, eine kontinuierliche Vorwärtsstrategie ein. Diese führte letztes Jahr in den Halbfinal und jetzt also in die vorderste Tabellenregion. Zudem verfügt Falun mit (dem zuletzt allerdings ausgefallenen) Rasmus Enström und Alexander Galante Carlström über das in dieser Saison gefährlichste Skorerduo, so führen sie denn die Skorerwertung auch an.

Pixbo hingegen sonnte sich lange in den Erfolgen der goldenen Generation vor rund einem Jahrzehnt. Nach dem Verpassen der Playoffs vor zwei Jahren wurde das Projekt „Pixbo 2.0“gestartet, die Aktivitäten auf dem Transfermarkt versärkt (u.a. Daniel Calebsson und Florian Kuchen von Köniz, Patrik Malmström von Falun) und mit David Jansson der Trainer vollamtlich angestellt. Anders als Falun verteilt Pixbo die Verantwortung auf viele Schultern und stellt drei ausgeglichene Linien auf, so dass ihr agiler Topskorer Emil Julkkunen erst auf Platz 20 der nationalen Skorerliste zu finden ist. Falun wie auch Pixbo befinden sich auf dem Vormarsch und wollen nach dem Erreichen der Halbfinals im vergangenen Jahr die gute Ausgangslage nutzen und beim Finalspiel in Malmö dabei sein. Auf harten Widerstrand dürften sie allerdings bereits in den Viertelfinals treffen: Einige der möglichen Widersacher weisen wesentlich mehr Playofferfahrung auf. Zudem werden sich die Aussenseiter enge Spiele, bei denen es um alles geht, bereits gewohnt sein und nicht zuletzt mit kürzlichen Erfolgserlebnissen im Gepäck anreisen.

About Emanuel Antener

Emanuel Antener ist einer der grossen Stars im Schweizer Unihockey. Kaum ein junger Spieler hat in den letzten Jahren den Sprung von den Junioren an die nationale Spitze so reibungslos geschafft wie er. In seiner ersten SML-Saison 2007/2008 schoss er Floorball Köniz zusammen mit Daniel Calebsson und David Blomberg in den Playoff-Final. In der Saison darauf wurde der bereits Ligatopskorer. Auch aus der Schweizer Nationalmannschaft ist er nicht mehr wegzudenken. Nach zwei Jahren beim schwedischen Spitzenclub AIK Solna ist "Anti" auf diese Saison hin zu seinem Stammverein Floorball Köniz zurückgekehrt. Für floorballstar.com wird Emanuel Antener regelmässig über seine Erblebnisse rund ums Unihockey berichten. 

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