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Monday, 27. September 2010 17:06
Giovi grätscht: Saisonstart!
von Giovanni Marti

Es ist immer wieder dieselbe Freude beim Saisonstart. Teams, welche im Sommer auf dem Transfermarktaktiv waren und ihr Kader nicht nur quantitativ sondern vor allem qualitativ verstärkt haben können es kaum erwarten. Siege, Erfolge und Titel haben sie im Visier. Die anderen Mannschaften, die sogenannten „Kleineren“ gehen ohne grosse Ambitionen in die Saison. Möglichst viele Punkte ergattern, um nicht schon früh um den Ligaerhalt kämpfen zu müssen…ja das sind die Ziele solcher Teams. Es sind gerade diese ungleichen Ambitionen, welche einen Meisterschaftsstart so brisant machen. Wird der Titelanwärter schon am ersten Spieltagzeigen was man von ihm erwartet? Wie spielen die Aufsteiger? Welcher Rückkehrer aus dem Ausland findetsich in der Heimat wieder am besten zu Recht? Fragen über Fragen. Je nach Sportart sind die Zeitungen bereits vor dem ersten Anpfiff voll mit Vorschauen, Portraits, Prognosen und Meinungen. Lustig ist doch immer wieder die Frage: „Was sind die Ziele des Vereins für diese Saison?“ Trainer und Captains geben dann immer wieder die gleichen Antworten:“ so weit wie möglich kommen“, „so erfolgreich wie möglich zu sein“ oder eben „wir wollen den Ligaerhalt schaffen“. Die Antworten hören sich immer an wie Floskeln und es sind auch Floskeln!

Auch dem neuen FCZ-Trainer Urs Fischer wurde von einzelnen Journalisten die Frage gestellt „Welche Ziele habenSie mit dem FC Zürich?“ Der ehemalige Spieler des FCZ und des FC St. Gallens ist ein absoluter Profi. Er ist auch bekannt dafür, immer das zu sagen, was er denkt. Fischer hat auf die Journalistenfrage geantwortet:

„Wenn ich mit dem FCZ nicht Meister werden will, dann brauche ich gar nicht in den Bus zu steigen, der uns ins Stadion fährt.“ Ganz einfach! Mehr haben die Journalisten nicht dazu zu hören bekommen. Gewissen Trainern seialso in Sachen Kommunikation geraten, nicht irgendwelche nebligen Sätze von sich zu geben. Ein Ziel ist ein Ziel.Wie man dorthin kommt ist Aufgabe von Trainer und Team. Die Wege zum Erfolg noch vor dem ersten Anpfiff vonsich zu geben, ist lachhaft. Am Ende nämlich, sollte die ganze Geschichte schief gehen, wird man genau an den Worten „gehängt“, die man Anfangs Saison von sich gegeben hat. Nun Urs Fischer hat mit seiner Aussage zwar auch ein grosses Ziel benannt. Sollte es schiefgehen wird man dann wenigstens nur sagen können; „Der FCZ hat sein Saisonziel verpasst.“

Die neue Unihockey-Saison ging also endlich los. Die Herren-Liga wurde auf 12 Teams aufgestockt, warum auch immer. Mehr Spiele, mehr Tore? Warum? Mit GC – Wiler-Ersigen und Alligator Malans – Chur Unihockey sind schon tolle Partien im Programm. Bei den Frauen ist die grosse Affiche zum Saisonstart ausgeblieben. Die Frage sei auch hier erlaubt: Warum? Die Favoritenteams haben lösbare Aufgaben bekommen und sie auch gelöst. Ich wünsche grundsätzlich allen Teams von Herzen einen guten Start. Für einige Mannschaften wird dies auch zutreffen – anderen wiederumwerden meine Glückwünsche nichts bringen. Tröstend dabei mag ja vielleicht diese Aussage von ZSC Lions-Coach Colin Muller nach dem verpatzten Saisonstart daherkommen. „Die Meisterschaft ist ja nicht schon nach dem ersten Spieltag entschieden.“

Bild: FCZ-Trainer Urs Fischer (blick.ch)

About Giovanni Marti

Giovi Marti ist in der Schweizer Unihockeyszene kein Unbekannter. Er wirkte bei swiss unihockey in einem Teilzeitpensum als Pressechef bei Länderspielen und Verbandsevents. Heute sind diese Aufgaben ein Bestandteil der im Sommer 2007 geschaffenen 100-Prozent-Stelle „Kommunikation“, die heute Edith Bussard innehat. Gleichzeitig war er Teamchef der Damenequipe des UHC Dietlikon und verdiente seine Brötchen als Redaktor/Reporter beim Zürcher Lokalradio Radio 24. Seit 2009 ist er Medienchef des FC Zürich; seit 2003 ist er Speaker im Hallenstadion bei den ZSC Lions. Die eine Leidenschaft löste also die andere ab. Giovi verabschiedete sich allerdings nur kurz aus der "Szene". Auf floorballstar.com wird er in seinem Blog "Giovi grätscht" Anekdoten aus seinem Berufsalltag mit Meinungen zum Schweizer Damenunihockey mischen. Willkommen zurück!

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