Nachdem ich diesen Sommer die Matura erfolgreich abgeschlossen hatte, stellte ich mir einige Fragen über meine Zukunft. Sollte ich direkt ein Studium beginnen, mir ein Praktikum organisieren oder doch lieber einen Sprachaufenthalt in Angriff nehmen?
Nun bin ich in Göteborg gelandet. Wieso genau Schweden (Titel)? Viele verstehen es nicht. Doch ich bin sicher, wer diesen Blog liest, weiss genau warum. Innebandy!
Des Weiteren will ich meine Studienwahl definitiv fällen, schwedisch lernen und mal etwas anderes machen, als immer nur zur Schule gehen und lernen.
Am Flughafen Zürich hatte ich schon das erste Problem mit meiner Stocktasche – zu gross für ein normales Gepäckstück. Zum Glück war ich am Morgen, trotz wenig Schlaf (nicht weil ich nervös war ;-) sonder wegen meiner Abschiedsparty) früh zum Flughafen Zürich gereist. In Göteborg musste ich dann dafür zwei Stunden auf meine Gastmutter warten. Ich wohne mitten in Göteborg in einer eher kleinen Wohnung. Dass ich hier gelandet bin, habe ich einer Schwedin, die in der Schweiz wohnt zu verdanken. Sie hat Verwandte & Bekannte angerufen und so für mich eine Unterkunft gefunden. Ich bin sehr froh in einer Familie zu wohnen, weil ich damit schon von Beginn weg Anschluss an die schwedische Gesellschaft erhalte. Die Kinder sind etwa in meinem Alter und helfen mir mich hier zurechtzufinden. Zu Abend essen wir oft gemeinsam und es gibt meistens Kartoffeln. Dazu wird Fleisch oder Fisch zubereitet. Und das Hauptgetränk ist Milch. Ein weiteres auffallendes Merkmal: Alle Lebensmittel werden als erstes einmal eingefroren. Wir haben einen halbleeren Kühlschrank, dafür zwei gefüllte Tiefkühltruhen.
Unihockey, was ist das? Immer wieder muss ich meinen Mitschülern in der Sprachschule erklären worum es sich bei dieser Sportart handelt. Es ist wie Eishockey, einfach in der Turnhalle. Sogar meine schwedische Gastfamilie dachte, ich sei ein Handballspieler. Ich war ein bisschen enttäuscht und verwirrt über die geringe Präsenz des Unihockeys, weil ich dachte es sei hier die Sportart Nummer eins. Doch damit musste ich mich schnell abfinden, denn ich suchte die Spielberichte vergebens auf der Titelseite des Sportteils der Tageszeitung in Göteborg.
An meinem ersten Wochenende in Schweden spielte mein neues Team, Pixbo Wallenstam IBF (das Farmteam in der 2. Division) hier in der Stadt ein Vorbereitungsturnier. Für mich eine optimale Gelegenheit die Mannschaft kennenzulernen. Mein Trainer holte mich von zuhause ab. Die Fahrt dauerte nicht lange und schon bald sass ich in der Garderobe. Ich stellte mich kurz in Englisch vor und beobachtete später die Spiele von der Seitenlinie aus. Besonders auffällig für mich waren das härtere Körperspiel, die bessere Ballkontrolle und die kontrollierte Spielführung. Nachdem das Turnier für mein neues Team im Viertelfinal zu Ende war, freute ich mich riesig auf mein erstes Training. Davor war ich etwas nervös. Als ich dann aber gemerkt habe, dass ich gut mithalten konnte, legte sich die Nervosität wieder. Beim Saisonauftakt konnte ich sogar im ersten Block spielen. Das Spiel war ziemlich umkämpft. Wir spielten in einer grossen Halle mit Parkettboden. Es hatte nur etwa 50 Zuschauer. Wir unterlagen einem viel älteren Gegner mit 8:5. Doch es war aus meiner Sicht ein gelungener Einstand. Vor den Trainings sprechen wir in der Mannschaft oft über taktisches, oder bevorstehende Gegner. Ich verstehe noch nicht viel, aber das kommt bestimmt bald…
Bild: Der Göta Älv im Zentrum Göteborgs.



























