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Wiki alone at home in Uppsala

Von Michelle Wiki // Dienstag, 24. September 2013

Ein Durcheinander mit den Sprachen kann nicht geleugnet werden. Englisch wird an der Uni gesprochen, schwedisch im Team. Wie es aussieht, wird englisch und schwedisch aus Prinzip nicht langsam gesprochen. Dazu kommt, dass ich an der Uni auch immer wieder Deutsche antreffe. Auch dort kommt es vor, dass geschmunzelt wird, wenn ich mit Wörter wie Velo oder Natel um mich schmeisse, die jetzt wirklich nichts mit der hochdeutschen Sprache zu tun haben. Wenn ich anstatt Schweizerdeutsch dann Englisch mit Tanja Stella spreche, stimmt wohl etwas ganz und gar nicht mehr!

Ich weiss gar nicht genau wo ich anfangen soll. Vielleicht bei meinen lieben Nachbarn. Die Armen haben schon nach zwei Tagen keine Freude mehr an mir. Die DVD und Sound-Anlage, welche mir mein Trainer installierte, ist wohl zu laut für Herrn und Frau Schultz. Mein Briefkasten türmt sich mit schwedischen Briefen, die ich leider nicht verstehe. Natürlich hat mir mein Trainer, als er die Briefe entdeckte und mich lächelnd fragte, ob ich denn schon Partys organisiert habe, sie mir übersetzt. Zumindest sind sie sich selber nicht einig, ob jetzt um 23 Uhr oder doch um 22 Uhr Nachtruhe im Haus ist. Auf alle Fälle grüsse ich sie im Treppenhaus immer freundlich, auf englisch versteht sich, sie sollen schliesslich merken, dass ich ihre schwedische Fanpost nicht verstehe.

Meine kleine, herzige Wohnung und ich, das ist ein Thema für sich. Hassliebe, passt ganz gut. Wie viel mal in der Woche soll ich Staubsaugen?! Küche putzen, Kübel leeren, Kühlschrank füllen. Ja ich hätte gerne wie Pascal Meier einen Hausmann zu hause ;) Eigentlich muss ich gestehen, habe ich es sehr gut im Griff, abgesehen vom Boden-feucht-aufnehmen. War ich doch so stolz darauf, dass ich endlich die ganze Wohnung feucht aufgenommen habe, doch die Freude, als ich vom Training zurück kam, war dann nur noch halb so gross. Der ganze Boden klebte mehr als zuvor! Dass man einen halbnassen Waschlappen dann wohl nicht in den Schrank versorgen sollte, habe ich schliesslich auch noch herausgefunden..

An meinem Fahrrad habe ich immer noch grosse Freude, ausser dass ich manchmal vergesse, dass es keine gute Idee ist, mit zu vielen Einkaufstaschen aus dem ICA zu kommen. Irgendwie müssen diese Säcke, ich und das Velo ja noch nach hause kommen! Ich denke, im Winter lasse ich es zu meiner eigenen Sicherheit besser stehen.

Im August haben wir viele Testspiele absolviert, manche besser, manche weniger. Die Reise auf Gotland war ein Erlebnis für sich, meine Schweizer Freunde zu treffen natürlich wunderschön. Nun beginnt die Saison, auf was ich mich sehr freue! Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ich froh bin, nicht jedes mal dreieinhalb Stunden auf dem Boot sitzen zu müssen, um spielen zu können., und dass schwedische Spielereinweihungen mit viel Alkohol gestaltet werden, ganz zur Freude meines Trainers am nächsten Tag, ich es trotz Anfangsschwierigkeiten mit ein bisschen Heimweh hier sehr geniesse und mich auf weitere lustige und spannende Begegnungen mit dem Unihockeystock, den Studenten und meinem Putzlappen freue!