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The Iron Cats: Wie alles begann

Von Jan Oehninger // Freitag, 22. November 2013

Körperlich stark eingeschränkt und dennoch sportlich? Dass eine physische Behinderung nicht davon abhält, Sport auf hohen Niveau zu betreiben, zeigt die Sportart E-Hockey in jedem Training und an jedem Wettkampf. Und schliesslich wollen Behinderte dasselbe: Sportlich ernstgenommen werden. 

Elektrorollstuhl-Hockey, kurz E-Hockey, ist bildlich beschrieben Unihockey in elektrischen Rollstühlen. Die Sportler haben unterschiedliche Einschränkungen (dazu mehr in einer kommenden Ausgabe dieser Serie) und sind nicht getrennt durch Alter oder Geschlecht. Fast jede und jeder, die / der auf einen elektrischen Rollstuhl als sportliches Fortbewegungsmittel angewiesen ist, kann teilnehmen. Der Sport überzeugt mit seinem Tempo, der Dynamik und vielen taktischen Spielzügen. 

Was in der 70er-Jahren mit Tennisball und Eishockeystock in Holland und Deutschland begann, ist zu etwas Grossem herangewachsen. In Europa und Ozeanien spielen rund 1500 Menschen in Ligen, an Turnieren und an Europa- und Weltmeisterschaften. In der Schweiz begann alles Anfang der 90er-Jahre, jedoch dauerte es über 10 Jahre, bis der Sport Fuss fassen konnte. Kleine Fronten kämpften darum und erreichten bisher viel Gutes. Von St.Gallen und Zürich aus verbreitete sich der Sport und mittlerweile gibt es auch in Aarau, Baden, Bern, Lausanne, Luzern und Solothurn Clubs, die allesamt seit diesem Jahr am erstmaligen offiziellen Spielbetrieb teilnehmen (dazu mehr in einer weiteren Ausgabe) und um den Meistertitel in zwei Ligen kämpfen. 

Behindert, na und?! Getreu solchen Leitsätzen macht das E-Hockey auch viel für die Position der Behinderten im Sport und im Alltag. Der Sport wächst stetig und die Nachfrage nach mehr Unterstützung und noch besserem Equipment ist da.  Dies wird immer mehr erfüllt. Andere Sportler finden den Zugang, die Sportler fahren immer mehr spezifisch angepasste Sportrollstühle (Infos folgen in den nächsten Ausgaben) und so wird es noch professioneller und schneller. Der Sport ist in einem Aufstieg und wohin es führt, ist noch nicht klar. 

Die einleitende Frage mag nun teils geklärt sein, wer mehr darüber wissen will, kann beim nächsten Beitrag wieder reinschauen. Bis dann!

Jan Oehninger
E-Hockey-Nationalspieler, Verbandsmitarbeiter und Mitglied der Iron Cats Zürich

In dieser mehrteiligen Serie möchten wir unsere sportlich grösste Leidenschaft dem Leser etwas näher bringen. Der Sport ist noch ein kleiner Stern, doch er wächst heran. www.floorballstar.com hat diese Zusammenarbeit möglich gemacht und wir möchten diese Ebene nun nutzen. Vom Ursprung bis zum heutigen Stand - in dieser Serie lassen wir nichts aus. Schaut wieder rein!