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Pimp My Öffentlichkeitsbild

Von Simon Schenk // Dienstag, 15. Oktober 2013

Ich gebe es zu. Meine Erfahrungen betreffend Unihockey beschränken sich auf ein einziges Probetraining

bei den Junioren des UHC Burgdorf vor zehn Jahren. Ich war unsportlich und das Spielfeld war mir zu gross. Es war zwar immer von «Grossfeld» die Rede, aber dass es dann so gross sein würde?!... So liess ich es bleiben mit dem Unihockeysport und wandte mich wieder meinem Passivsportlerleben als Fussballfan zu. Darin war ich schon damals top!

Soviel zu meiner knappen Unihockey-Bio. Aber auch ohne grosses Unihockeywissen getraue ich mich hier mal eine grosse Klappe zu riskieren und euch «Tipps» zu geben.

Was mir auffällt: Euer Sport findet in diesem Land grossen Anklang. Ich weiss nicht, wie viele tausende Jugendliche diesen Sport betreiben. Und doch steht ihr in der Öffentlichkeit meines Erachtens immer noch zu sehr im Schatten von König Fussball und Eishockey.

Darum: Hier ein paar unkonventionelle Ideen, wie euer Sport zu noch mehr Öffentlichkeit und Beachtung kommt.

Politik

Beginnen wir ganz oben. Bei Ueli Maurer. Er ist Herr über das Sportdepartement in diesem Lande. Warum sitzt dort nicht einer von euch? Im Moment sitzt ein Militärvelofahrer an der Spitze. Einer, der in Schweden der EIShockeynati die Hände schüttelt. Wo seid ihr, ihr politisch motivierten Unihockeytalente? Auf zur Bundesratskandidatur.

Und wenn dann der Unihockey-Bundesrat installiert ist, werden als erstes gleich mal neue Gesetze gemacht: Ab sofort folgen im Turnunterricht pro Lektion Fussball zwei Lektionen Unihockey und der Gripen Kampfjet wird gleich abbestellt. Wir wollen ja schliesslich nicht noch die Unihockey-Konkurrenz im hohen Norden subventionieren. Gut ist der neue Unihockey-Bundesrat auch gleich noch für die Armee zuständig.

TV Präsenz

Und wenn wir gerade von Chefs reden. Wie wärs mal mit einem Zmittag mit SRG-Chefe Roger de Weck? Ich weiss was ihr jetzt denkt. Ach, der de Weck, der hat doch am wenigsten Ahnung von allen, was Sport betrifft. Dieser Kulturheini, dieser Opernhausgänger, denkt ihr jetzt. Mag sein, aber dem de Weck müsste das Unihockeyspiel halt auf einer anderen, einer philosophischen Ebene erklärt werden. «Unihockey, das Spiel in dem jeder den Ball begehrt» könntet ihr im entgegnen. Oder dass im Wort «Unihockey» auch das Wort «Uni», also Hochschule, Universität und höherer Bildung vorkommt. Und wenn ich gerade so nachdenke: Haben nicht auch schon Sokrates und Platon geunihockeylet?

Und wenn er dann die Unihockey-Sportberichterstattung immer noch nicht hochfahren will, soll er wenigstens über eine «Sternstunde Unihockey» auf SRF1 nachdenken. Dafür wäre er sicher zu haben.

Henrik Larsson 2.0

Das mediale Echo war sehr gross, als der schwedische Fussballer Henrik Larsson 2009 mal eben kurz ins Unihockey-Business wechselte. Bringen wir das in der Schweiz auch zustande? Marco «Pipi» Strellers Tage in Basel sind gezählt. Marco Wölfli macht auch nicht mehr so lange bei YB. Und Alain Sutter wäre schon jetzt zu haben. Oder steckt vielleicht in Gilbert Gress noch ein verstecktes Unihockeytalent?

Welcher Verein schnappt sich den ersten Fussball-Senior? Ich bin gespannt.

Olympia

Und zum Schluss: Unihockey ist noch nicht olympisch. Das könnt und müsst ihr ändern. Das IOC sitzt in Lausanne. Ich sag nur soviel: Die «FIFA-Couverli Taktik» funktioniert in Lausanne fast noch besser als bei Herrn B. auf dem Zürcher Sonnenberg. Wenn ihr wisst was ich meine.

Und übrigens: Jamaika hatte einst eine olympische Bobmannschaft. Da schaft ihr sicher auch einen Unihockey-Export auf die Bob Marley Insel.

Ich wünsch euch gutes Gelingen!

Quelle Bild: tageswoche.ch/Keystone