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Iron Cats Blog

WM Rückblick Von Jan Oehninger // Donnerstag, 26. März 2015

Aufgrund des blog-ausfalls verpassten die Leser das grosse und nicht zu übertreffende Highlight der E-Hockey-Szene im vergangenen Sommer - die E-Hockey-Weltmeisterschaft in München. 

(bitte nicht verwirren lassen, damals hiess der Sport noch E-Hockey)

Die Hauptstadt des Freistaats Bayern lud vergangenen August zum grossen E-Hockey-Fest. In der Eishalle im Olympiapark fand der Wettkampf statt, nur unweit vom grossen Leonardo-Hotel. Die Infrastruktur bot somit optimale Rahmenbedingungen für einen erstklassigen Anlass. Und es wurde niemand enttäuscht. 

Die Eröffnungsfeier mit diversen Show- und Musikeinlagen bot den Zuschauern viel. Mit über 1000 Zuschauern war ein E-Hockey-Event erstmals so gut besucht. Die Organisatoren machten alles richtig und so war München und die Zuschauer bereit für das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Belgien, welche in der "Todesgruppe" mit Italien und Finnland ums Weiterkommen kämpften. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, die Deutschen führten zwischenzeitlich mit 4:1, ehe die Belgier zur grossen Aufholjagd starteten. Mit dem Ausgleich sechs Sekunden vor Schluss, leiteten sie ihre starke WM ein, für Deutschland begann der steinige Weg - die Belgier marschierten mit zwei Siegen in den Halbfinal, die Deutschen mussten in die Zwischenrunde. 

Die Schweiz, vertreten durch Spieler aus Lausanne, Bern und Zürich, kam dank der Absage Kanada's an die Weltmeisterschaft. für das Team war’s eine intensive Vorbereitungsphase, mit monatlichen Trainings, einem Testturnier in Belgien und dem klaren Ziel, an der WM beim Thema Halbfinale mitzureden. Die Gruppe mit den noch unschlagbaren Holländern, den Dänen auf Augenhöhe und den schwächer einzustufenden Australiern bot rein auf dem Papier eine ideale Ausgangslage. Das grösste Augenmerk galt dem Dänemark-Spiel, mit welchem das Abenteuer beginnen sollte. Nach einer raschen 2:0-Führung schien die Welt noch in Ordnung. Dann schlichen sich erste Fehler ein, die Dänen wurden stärker und konnten noch bis zur Halbzeit ausgleichen. Nach der Pause brachen die Schweizer endgültig ein, es war komplett gegen den gesetzten Game-Plan, der Druck auf die Dänen konnte nicht gehalten werden. Schlussendlich stand ein klares und hartes 3:8 auf der Anzeigetafel. Die Ernüchterung war gross, der Traum vom Halbfinale kaputt. Der klare Sieg gegen Australien und der lange Widerstand gegen die sehr starken Holländer stimmte zwar die meisten zufriedener, es blieb jedoch viel am ersten Spiel hängen. 

Die Halbfinal- und Zwischenrundenspiele kamen, Holland und Belgien konnten sich gegen Finnland und Dänemark fürs Finale qualifizieren. Deutschland kam gegen Australien ohne Probleme ins Spiel um Platz 5, Italien und die Schweiz machten den Gegner des Gastgebers unter sich aus. Es wurde der unerwartet spannende Krimi. Italien, gezeichnet von einer schwierigen Vorrunde, war zwei Jahre zuvor noch unerreichbar. Nun konnten die Schweizer mithalten und führten bis zur Pause 3:1. In der zweiten Halbzeit boten die beiden Teams ein starkes Duell, die Italiener konnten auf 3:3 ausgleichen, nach dem Schweizer 4:3 kam wiederum der prompte Ausgleich. Erst in der Verlängerung in Überzahl konnten die Eidgenossen den Sack schliessen und das Team wurde danach gross gefeiert. Viele Fans fanden den Weg nach München und der Abend gehörte klar den Schweizern. Im letzten Spiel ging's dann gegen Deutschland, auch hier waren die Schweizer lange voll im Spiel, zwei Minuten vor Schluss gelang den Deutschen das entscheidende 4:5 zu ihren Gunsten. Trotz der knappen Niederlage zogen alle ein positives Fazit zur WM und man kam zur Erkenntnis, dass sich der eingeschlagene Weg bewährt und weiter begangen wird. 

Die WM fand ihren Abschluss im Benelux-Finale zwischen den Holländern und Belgiern. Erwartet wurde ein offensiver Schlagabtausch mit viel Spektakel, zu sehen bekamen die Zuschauer eine taktische Partie ohne grosse Torchancen. Es war was für Taktiker und so kam's zu einem knappen und dennoch verdienten 1:0-Sieg für Holland. Hie Holländer investierten sehr viel darin, sich den Titel von Deutschland zurückzuholen und sie marschierten ohne Niederlage durch. 

Die Weltmeisterschaft wurde mit der Medaillenübergabe und einem grossen Fest beendet. Die Organisatoren boten einen sehr starkes Programm, eine ideale Infrastruktur, eine tolle Halle für noch viel bessere Spiele - der Anlass ist schwer zu übertreffen und bleibt allen bester Erinnerung als die WM der Superlative!

Hier gibts die Bilder zur WM:
https://www.flickr.com/photos/ewh2014/sets/

Und hier zwei Videos dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=1PHQDWKfV0w&feature=youtu.be
http://video.sport1.de/video/normal-vom-21-02-2015__0_zkv8ebvk

 

Bis zum nächsten Blog!

Jan Oehninger
Iron Cats- und Nationalspieler