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Graf und Meier, die Plaudertaschen der Nation...

Von Luca Graf, Pascal Meier // Donnerstag, 06. Februar 2014

Wir hatten in unseren bisherigen Blogs einiges zu berichten. Diverse lustige Geschichten gab es zu erzählen, manche Missgeschicke erforderten ein Kopfschütteln. Doch Mitte Dezember haben wir mit unserer Dummheit den Höhepunkt erreicht. Doch die Pointe wollen wir nicht zu Beginn auspacken, doch eines sei gesagt, weiterlesen lohnt sich allemal.

Die Zeit vergeht auch in Schweden wie im Fluge. So stehen leider nur noch sechs Qualifikationsspiele aus. Wir wählen diesen Ausdruck bewusst, denn es fehlen fünf Punkte für die Playoff Teilnahme, was uns noch einige weitere spannende Spiele bescheren würde. Sicherlich ein ambitiöses Ziel, aber wir schauen lieber nach vorne als nach hinten. (Deshalb wird der Abstand zu den Abstiegsplätzen nicht explizit erwähnt, alle Interessenten können sich jedoch gerne auf www.innebandy.se informieren, wir orientieren uns nach vorne). 

Persönlich befinden wir uns momentan in einer glänzenden Verfassung. Sieben Siege aus den letzten sieben Spiele. Nun gut, die letzten vier waren anlässlich der WM Qualifikation mit der Nationalmannschaft und eher Pflicht als Überraschung. Ganz im Gegenteil dazu die drei letzten Spiele mit den Vipers aus Växjö. Als letzter Coup gelang uns ein Sieg gegen den Topverein Pixbo. Noch nie war es für uns so schön, unser Siegeslied in der Garderobe zu singen (hat wohl auch damit zu tun, dass wir nun sprachlich mitsingen können und auch den Sinn verstehen) wie am Sonntag vor dem Nationalmannschaftszusammenzug. Denn nach dem Spiel genossen wir die Einladung unserer Freunde Kuchen / Schmocker, bei Ihnen übernachten zu dürfen und am Montag gemeinsam in die Schweiz zu fliegen. Man kann sich gut vorstellen, dass 1.) die Frage nach dem Sieger aus dem Direktduell oft kam im Kreise der Nationalmannschaft und 2.) wir zwei „Schnuris“ mit einem Sieg im Rücken gestärkt selbst das Thema gerne selbst ansprachen (wir hatten ja genug Zeit, besonders bei den Reisen).

A Propos Reisen: Mitte Dezember wurde uns beiden ein Kurzurlaub von sechs Tagen in der Schweiz gegönnt. Nun ja, der Urlaub ist was persönliches und möchten wir hier nicht veröffentlichen, den Knaller wollen wir euch aber nicht vorenthalten. Wir haben das wohl Unmögliche geschafft und verpassten unser Flieger zurück nach Växjö. Nun ja, die Tatsache an sich ist gerade noch so zu verzeihen, die Art und Weise doch eher beschämend. Um es kurz und schmerzlos aufs Papier zu bringen:

Wir hatten pünktlich eingecheckt, pünktlich die Sicherheitskontrolle passiert und pünktlich unser Gate erreicht. Zu früh. Wir setzten uns, begannen von unseren spannenden Erlebnissen (privat) zu berichten und so kam es wie es kommen musste... Völlig verwirrt und wütend zugleich standen wir vor dem Sicherheitsglas und bemerkten, dass wir vor lauter Gespräch unser Boarding vergassen/verpassten. So standen wir noch 5 Minuten vor dem vollbesetzten Flugzeug (oder eben nicht) und konnten nur noch dem Pilot und seiner Crew durch die Scheiben einen guten Flug wünschen und zum Abschied winken. Klassisch „verschnuret“, dumm, sehr dumm, ärgerlich aber auch lehrreich!

Nach dem Irr-Lauf zurück aus der Sicherheitskontrolle, aus dem Flughafen, kam dann der peinliche Anruf bei den Coaches, die uns zuerst nicht glaubten, aber auch die Familienmitglieder, die erstaunt feststellen durften, dass wir wieder nach Hause kommen, waren nur einige, die mit Gespött auf uns warteten.

Solche Missgeschicke erbrachte hoffentlich keiner unserer zahlreichen Fans bei ihrer Anreise in der Altjahrswoche. Es war eine schöne Zeit mit all den Bekannten Gesichtern aus der Schweiz aber auch eine anstrengende, wollten wir doch allen alles möglichst genau zeigen und die Aufenthalte so angenehm wie möglich gestalten. Besten Dank nochmals an alle, die sich die Zeit genommen hatten und uns besuchten. Die Klubverantwortlichen sind wohl immer noch erstaunt, dass wir die stolze Zahl von 27 Tickets reservierten für das Spiel am 29.Dezember.  Leider gewannen wir nur einen Punkt, das Spiel verloren wir in der Verlängerung.Doch was wir damals nicht wussten und uns sicherlich den nötigen Motivationsschub PLUS verliehen hätte:

Siege und gute persönliche Leistungen werden in Växjö besonders honoriert. Vor allem von unserem Vorzeigefan, unserer Vermieterin (oder auch schwedische Ersatzmama).

Das spannende, kämpferische Spiel gegen Dalen mit zwei gross aufspielenden Schweizer Söldner entging ihr nicht. So eilte sie, direkt nach Spielschluss, nach Hause um den Sieg und die Leistung ihrer Schützlinge gebührend zu feiern.

Zirka zehn Minuten waren wir zuhause ehe es an der Haustür klingelte. Wir trauten unseren Augen nicht, als wir Lotta (Mama) mit unserem Lieblingsdessert erblickten. Warmer Apfelstrudel mit Vanillesauce. Alles mit sehr viel Liebe selbst gemacht und einem herzlichen „Grattis“ (Gratulation) überbracht. So macht siegen doppelt Spass, hätte diese Art von Siegesprämie doch nur jemand von Anfang an erwähnt. Dann wären wir nun ungeschlagener Tabellenführer und könnten die Playoffs planen. Gut, vielleicht verlieren wir mit dieser Aussage den Boden unter unseren Füssen, aber bestimmt hätten wir kein Heimspiel verloren :P