» Drucken

Elch-Blog von Simone Wyss

Von Simone Wyss // Dienstag, 14. Januar 2014

In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich für einmal nicht über Unihockey sondern vielmehr über mein sonstiges Leben hier in Schweden aber auch über meinen Aufenthalt in der Schweiz berichten. Dieser Blogeintrag handelt von vermissten Koffern, Hotelübernachtungen und verschiedenen Jobs.

Hotel Mama

Am 15. Dezember kam grosser Besuch aus der Schweiz. Hotel Mama zog für eine Woche in mein Haus ein. Meine Mutter flog das erste Mal in ihrem Leben alleine und siehe da, sie fand ihren Weg nach Hallsberg ohne Probleme. Kleine Notiz am Rande, meine Mutter spricht weder Schwedisch noch Englisch, auch wenn sie da manchmal anderer Meinung ist. Wenn sie beispielsweise tomorrow sagen will, hört es sich dann eher wie domorof an. Aber eben, wie gesagt, sie fand ihren Weg nach Hallsberg, wahrscheinlich dank meiner Anleitung und viel Routine (sie reiste mit meinem Vater bereits sechs Mal nach Mariestad) und wurde von mir in Empfang genommen. Gemeinsam machten wir uns also auf den Weg nach Mariestad und meine Mutter schwärmte mir vom Komfort in der ersten Klasse der SJ vor – da habe man ja fast wie ein eigenes Wohnzimmer mit Sofa und eine nette Dame käme und fülle den Kaffee nach.  Die restliche Woche verbrachten wir dann mit Quasseln und (zu) viel Fika. Und nein, Fika ist nicht das, wonach es sich anhört. Fika ist halt eben ganz einfach Kaffe und Kuchen. Sündigen, um es einfacher auszudrücken. Das machen die Schweden ziemlich gerne, und ich mittlerweile auch. Meine arme Mutter, die ich zum Putzen beordert hatte, musste ausserdem fünf Nächte lang auf einer sehr dünnen Matratze auf dem Wohnzimmerboden verbringen. Damit ihr Rücken nicht noch mehr Schmerzen ertragen musste, buchten wir für die letzte Nacht ein Hotel in Mariestad. Ja, sowas kann man auch machen, im Hotel übernachten, obwohl man in der gleichen Stadt eigentlich eine Wohnung hätte.

Pleiten, Pech und Pannen

Als die Woche dann vorbei war, begaben wir uns nach Göteborg, um von da aus unsere Rückreise über München nach Zürich zu bestreiten. Ich habe mich vor einem halben Jahr dazu entschieden, jeweils diese Reisestrecke aufgrund von geringeren Gesamtkosten gegenüber Stockholm-Zürich vorzuziehen. Was für eine blöde Idee, weiss ich heute. Wieso? Es begann damit, dass der Flieger von Göteborg nach München Verspätung hatte. Wir zwei wurden also am Flughafen München persönlich von einem kleinen Bus abgeholt, um den Anschlussflug nach Zürich noch zu erwischen. Da dieser aber auch Verspätung hatte, kam dann trotzdem keine allzu grosse Hektik auf. Diese kam dann aber spätestens auf, als ich am Abend spät an der Gepäckausgabe am Flughafen Zürich stand und mein Koffer nicht auftauchte. Na toll, über so was macht man doch sonst immer Witze. Zum Glück arbeitet ja Swissport so zuverlässig und ich hatte meinen Koffer nach zwei Tagen dank einer Lieferung direkt vor die Haustür wieder. Wo der Koffer aber in der Zwischenzeit so alles war, konnte mir der charmante Lieferboy leider auch nicht sagen.

Falsche Überzeugungen

Nach dem Sturm folgte die Ruhe und ich durfte 17 Tage lang die wunderschöne Schweiz geniessen. In diesen Tagen habe ich viel mit meiner Familie und meinen Freunden unternommen. Ein bisschen Wellness, ein bisschen SCL Tigers und Unihockey Tigers Matche, ein bisschen zu Hause rumhängen und wie immer, ein bisschen viel Essen. Diese Zeit hat mir sehr gut getan, ich konnte neue Energie tanken und am 7. Januar trat ich wiederum die Heimreise nach Mariestad an. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch immer der Überzeugung, dass die Strecke über nach München nach Göteborg für mich geeigneter ist, als die über Stockholm. Diese Überzeugung schwand aber dann, als ich an der Anzeigetafel lesen musste, dass mein Flug nach München schon fast zwei Stunden Verspätung hatte. Ja dann verpasse ich halt den Anschlussflug in München, ist ja nicht weiter schlimm. In München erklärten mir die Angestellten von Lufthansa, dass ich nun in einem Flughafenhotel zu übernachten hätte, um dann den ersten Flieger nach Göteborg am morgen früh zu nehmen. Gesagt getan. Alles easy, ausser dass ich ab jetzt ziemlich sicher wieder die Route über Stockholm vorziehen werde! 

Destination Unknown

Ja und jetzt befinde ich mich wieder in Mariestad und bin wieder ganz alleine. Am Montag fängt dann auch schon die Arbeit als Deutschlehrerin wieder an. Leider musste ich aber erfahren, dass ich diesen Job nur noch bis Mitte Februar habe, da mein Arbeitsgeber einen ausgebildeten Deutschlehrer gefunden hat. Ich werde mich wohl ab Mitte Februar dann für eine Weile ein wenig mehr auf mein Studium zur Sprachwissenschaftlerin konzentrieren und eventuell nach der Saison, die schon anfangs März zu Ende zu sein scheint, für eine längere Zeit in die Schweiz kommen. Ich habe momentan zwei Alternativen, bei beiden handelt es sich um Jobs, die ich bereits hatte und zu denen ich zurückkehren dürfte. Wie es dann schlussendlich bezüglich Job sowie auch sportlich für mich weitergehen wird, steht noch in den Sternen. Wie auch in den Jahren zuvor werde ich mir ab April Gedanken über meine Zukunft machen. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Panorama in Grosshöchstetten
Mein Hotelzimmer am Flughafen München
Mein Vater, meine Schwester und ich auf dem Chapf