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Elch-Blog von Meier und Graf

Von Luca Graf & Pascal Meier // Donnerstag, 03. Oktober 2013

Schlüssel

Schlüssel gesucht, Schlüssel entdeckt, Schlüssel gefunden. Wir möchten euch in diesem Blogbeitrag über diverse Schlüssel informieren. Verspricht nicht gerade viel Spannung, aber das muss aber nichts heissen, schon gar nicht bei uns!

Der 230-Kilometer-Schlüssel

Eines Morgens steht Pascal, schweissgebadet und nervös, ja sogar hysterisch, in Lucas Zimmer. „Häsch du min Autoschlüssel xeh?“ (oder wie auch immer Zürcher fragen) „Neii“ die kurze, schläfrige Antwort. Wo ist Pascals Autoschlüssel? Die schmerzliche Antwort nach einer ausgiebigen Suche: In Lucas Vaters Hosentasche, der sich nach seinem Besuch auf dem Weg Richtung Flughafen befindet. Suboptimal in Anbetracht dessen, dass wir nur ein Auto mit einem passenden Schlüssel haben. Glücklicherweise haben wir die besten Vermieter der Welt (liegt wohl auch an unserem charmanten Umgang mit ihnen), die uns ihr Auto zur Verfügung stellten. So konnten wir den Schlüssel, 230 Kilometer entfernt, in einem Supermarkt abholen, dort hatte ihn Lucas Vater deponiert. Die Geschichte endete doch noch glücklich für uns, hoffen wir nur, dass wir alle Blitzer bemerkt hatten... Ein Mini hat eben doch mächtig Kraft unter der Haube und die schwedischen Strassen sind nicht gerade überfüllt. Da wir gerade bei Thema Strassen sind: Einen „Roadkill“ haben wir auch bereits erlebt. Glücklicherweise kein 800 Kilogramm schwerer Elch, sondern „nur“ ein Fuchs (Pixbo Wallenstam sei gegrüsst). Aber dies eine andere Geschichte.

Verschlüsselte Kommunikation

Unsere Sprachprobleme haben wir ja bereits erläutert. Wir arbeiten wirklich hart daran, aber noch funktioniert es nicht wunschgemäss. Für den Nationalmannschafts-Zusammenzug in Oslo mussten wir frühmorgens unsere Reise beginnen. So standen wir früher auf, um unser Appartement noch aufzuräumen und putzen, damit allfällige Einbrecher zumindest einen guten Eindruck von uns hätten. Parallel dazu betätigte sich Pascal in der Küche und bereitet mit sehr viel Liebe und Hingabe unsere Zwischenverpflegung vor. Wir verliessen unser frisch poliertes, glänzendes Haus in Richtung Kopenhagen. Im Zug verlangte Pascal sein Wasser, welches Luca nicht hervorrücken wollte. Nach einem gut zweiminütigen Disput wollte Luca schliesslich verraten, wo sich der Snack befindet. Dabei kamen wir zu folgender Erkenntnis: Allfällige Einbrecher würden in den Genuss von Pascals kulinarischer Gabe kommen, welches im Eingangsbereich sorgfältig deponiert ist. Der Schuldige war jedoch schnell gefunden, auch wenn dieser es bis heute abstreitet, lächerlich. Plastiktaschen stellt kein Berner zwischen die beiden Sporttaschen, ohne ein Wort zu sagen, in der Hoffnung, der andere nehme sie dann mit! Und die Ausrede, ein Torwart habe die schwerere Tasche, zählt nicht, so hat doch ein Spieler noch Stöcke zu tragen. Aber keine Angst, der kapitale, schmerzliche Fehler wurde grosszügig verziehen und der Haussegen hängt nicht (mehr) schief.

Schlüssel zum Erfolg

Fast vergessen, wir schreiben einen Unihockeyblog, sonst würde sich wohl kaum jemand für unsere Pannen interessieren. Unsere beiden ersten Spiele verloren wir leider beide. Zwar konnten wir in beiden Partien mithalten und hätten auch sicherlich zwei Mal gewinnen können, aber es sollte wohl nicht so sein. Über unsere Leistungen sollen andere entscheiden. So tat dies „Paola Riedi“ (Fantasiename; Nehmen wir hier mal an, dieses Fabelwesen sei aus dem Bündnerland, um den Kanton Bern und Zürich etwas zu entlasten) und hat bei Luca einen Verbesserungsvorschlag eingereicht. Luca solle bei seinen Einsätzen besser den Stock einfach aufs Feld legen, ohne dieses dabei zu betreten. Vielen Dank für den tollen Verbesserungsvorschlag! Und siehe da, dass dritte Spiel wurde gewonnen. Als Erfolgsrezept wird gemunkelt: „Schweizer nicht spielen lassen!“ Leider mussten wir aus verschiedenen Gründen auf der Bank respeltive der Tribüne Platz nehmen. Kein Problem für uns, so beweisen wir im nächsten Spiel, dass Växjö auch mit Schweizer Beteiligung gewinnen kann, garantiert!

Schlüssel zu unseren Herzen

Kein Grund zur Freude/Angst, keine Frauengeschichten. Im HPC (High Performance Center), dem Kraftraum aller Athleten diverser Sportarten (vom Hockey über Eiskunstlauf bis hin zu Leichtathletik) in Växjö, haben wir einen neuen Freund gewonnen. Jeden Freitag entspannen wir uns im Whirlpool und in der Sauna. Um unsere Erholung zu fördern, wagen wir uns jeweils auch ins Eisbad. Luca verlässt dieses jeweils nach zirka 15 Sekunden unter einem Gejaule, das den Wiener Sängerknaben Konkurrenz machen würde! Pascal ist vom härteren Eisen und hält es fast doppelt so lange aus. Eines Freitags, wurde es plötzlich dunkel im Raum. Unter dem Türrahmen erblickten wir ein Koloss, ja so kann oder muss man es nennen. Ein dänischer Kugelstösser, mit Olympia-Erfahrung, betritt den Raum und möchte unserem Extremsport, dem Eisbaden, beiwohnen. Wir unterhalten uns zusammen, völlig locker. Er im Eisbad, wir im Whirlpool. Unglaubliche fünf Minuten sitzt der Hüne im Eis, ohne dass ihn was stören würde und lässt uns zwei Memmen dabei ziemlich alt aussehen. Beeindruckt hat er uns allemal!

Dasselbe Bild bei unseren Kraftübungen. Während wir Unihockeyaner im Vergleich eher Schwangerschaftsgymnastik betreiben, stemmt so manch einer im Raum locker das Dreifache. Beeindruckend. Gerade für Luca ist es mental ein herber Dämpfer. War er doch in Köniz’ Kraftraum, in welchem vor allem ältere Semester anzutreffen sind, um den Rücken zu stärken, der Spargel-Herkules für alle.

Schlüssel zum Reichtum

Reich werden wir leider nicht vom Unihockey, aber das ist ja nichts Neues. Jedoch haben wir, gewollt oder nicht, einige Wege gefunden, unsere Lebensqualität zu verbessern. So haben wir beim Frühstück auf der Fähre Stockholm-Helsinki einige Brötchen „mitgenommen“, mit dem Gedanken, dass wir vor dem Mittagsspiel kein Essen mehr bekommen. Unsere Teamkameraden haben uns deshalb liebevoll Gypsy’s getauft.Sie wurden jedoch ziemlich eifersüchtig, als sie vor dem Spiel Hunger bekundeten und wir unsere Brötchen assen.

Zum Glück waren keine Teammitglieder anwesend, als wir an der Ikea-Kasse vergassen, unsere „Kannelbullen“ zu bezahlen. Völlig fokussiert auf die sportlergerechte Nahrung (Hot Dog) im perfekten schwedisch zu bestellen, bemerkten weder wir noch die Kassiererin den prall gefüllten Sack unterhalb der Theke. Hoffen wir, dass IKEA dieses Jahr nicht in die roten Zahlen fällt, ansonsten kennt ihr die Schuldigen.

Doch den Gypsy-Status haben wir später bestätigt und wir werden ihn sicherlich nicht mehr so schnell los. Als wir Gäste erwarteten und wir etwas unter Zeitdruck gerieten, mussten wir improvisieren. So wurden die kompletten Bettutensilien kurzerhand in der Arena-Waschküche gewaschen und getrocknet. Während dem Training versteht sich, Zeit hatten wir ja keine. Die Begeisterung war nicht gerade riesig, als die Spieler zuerst die überfüllte Maschine, später den vollen Trocknungsschrank sahen. So mussten alle anderen sichtlich verärgert ihre schmutzige Wäsche wieder nach Hause nehmen und wir sind nun definitiv „Gypsys of the year“. Und falls irgendein Teamkamerad diesen Text in die Finger bekommt und ihn übersetzt: Nein, wir wohnen nicht unter der Brücke!

Wichtige Randnotiz: Genüsslich und interessiert habe ich (Päsce) natürlich auch alle anderen Blog-Einträge der Schweden-Connection gelesen. Überrascht war ich, als ich den Blog-Eintrag einer gewissen Frau M. Wiki gelesen habe. Zitat: „Ja ich hätte gerne wie Pascal Meier einen Hausmann zu hause ;)“ Um es hier nochmals klar zu stellen, die Aufgabenteilung liegt klar bei 50/50. :) So jetzt fühle ich mich besser. Danke!

Es gilt weiterhin, 100% Viper in allem was wir tun!