» Drucken

Elch-Blog von Florian Bolliger

Zweites Auslandabenteuer: Mora SWE Von Florian Bolliger // Freitag, 12. September 2014

Nach meinem Austauschjahr in Kanada 2006/07 um Englisch zu lernen geht es nun nach Mora, Schweden. Mora ist ein kleines, hübsches Städtchen in der Provinz Dalarnas. Von Stockholm aus liegen rund 4 Stunden Auto- respektive Zugfahrt vor einem. Mora ist vorallem im Langlaufskizirkus bekannt, da hier das Ziel des Vasaloppets ist. Eines der grössten und längsten Langlaufrennen der Welt und mit circa 90km auch mehr als doppelt so lang wie der Engadiner Skimarathon.

Anfang Juni weilte ich das erste Mal für neun Tage hier im hohen Norden und es gefiel mir so gut, dass ich gleich noch auf schwedischem Boden den Vertrag unterschrieb. Zurück in der Schweiz wartete aber noch eine Menge Schulstoff auf mich, den ich für Masterprüfungen an der ETH lernen musste. So kam es, dass ich am 19. August meine letzte Prüfung ablegte und mich noch anständig von meinen besten Freunden verabschiedete, bevor es am 20. August nach weniger als 3 Stunden Schlaf ging es viel zu früh um 5:00 Uhr in Richtung Flughafen Kloten. Der Finanzer von KAIS Mora hatte meine Reise organisiert, es war sicher seine Letzte! Von nun an nehme ich das selbst in die Hand.

Seit zwei Wochen bin ich nun also in meinem neuen Zuhause und wohne mit meinem Teamkollegen Daniel Simons Pettersson in einer grossen 3.5-Zimmer Wohnung. Wie gross sie wirklich ist wurde mir erst bewusst, als ich sie am ersten Tag völlig unmöbliert vorfand. Zum Glück hatte ich bis nach dem Training ein Bett in meinem Zimmer, so dass ich ohne etwas auszupacken bis am nächsten Mittag durchschlief. Inzwischen hat der Sportchef die Einrichtung ausgebaut und der Einrichtungsstand ist nun so weit, wie ich es (aus guter Erfahrung von Uster) am ersten Tag erwartet hätte. Ein Besuch bei IKEA im weit entfernten Borlänge wird aber trotzdem mal noch von Nöten sein. Nichts desto trotz fühle ich mich schon ziemlich heimelig. Dies liegt wohl auch daran, dass mich das Team sehr herzlich empfangen und gut aufgenommen hat. Da nur sehr Wenige 100% arbeiten, ist immer jemand vom Team für einen „Schwatz“ im Stadtzentrum zu haben.

Unihockey wird hier natürlich auch noch gespielt. Gleich am ersten Wochenende nach meiner Ankunft waren drei Teams aus der Allsvenska zu Gast in Mora. Das erste Spiel gegen Sandviken am Samstag um 10:00 ging gleich mit 10:3 an uns. Wir spielten offensiv effizient und defensiv liessen wir dem Gegner kaum Raum und Zeit. Im zweiten Powerplay des Spiels durfte ich mich sogar noch als Torschütze feiern lassen, nachdem ich per Volley vor dem Tor stehend verwertet hatte. Am Sonntag um die gleiche Zeit trafen wir auf das junge Team Örebro mit den beiden Schweizern Nico Gröbli und Nils Conrad. Beide Teams waren ziemlich verschlafen und das Niveau dementsprechend tief. Das Spiel endete mit einem 6:6. Im dritten Spiel des Wochenendes besiegten wir noch Gävle mit 9:6 und ich konnte mich wiederum in Überzahl, diesmal aber beim Spiel 6 gegen 5, als Torschütze feiern lassen.

Meine erste längere Auswärtsreise hatte ich vergangenen Sonntag. Um 7:30 Uhr fuhr der Car, beladen mit dem Frauen und dem Männer Team von KAIS Mora, in Richtung Süden ab. Die Frauen wurden in Uppsala abgeladen und wir fuhren weiter nach Stockholm um im Råsta Park gegen AIK zu spielen. Ich war ziemlich aufgeregt endlich gegen ein anderes Team aus der SSL spielen zu können. Das erste Drittel dominierten wir fast nach Belieben und führten auch 2:0. Danach wurde das Spiel gehässiger und AIK konnte das Spiel ausgleichen und am Ende sogar mit 5:4 für sich entscheiden. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit meinem und unserem Spiel und ich bin überzeugt, dass wir ab dem 17. September in der SSL für Furore sorgen und viele Siege einfahren können. Bis es dann aber gegen Paolo Riedi und Sandro Dominioni mit ihrem Warberg IC losgeht, steht aber nochmals ein Nati-Zusammenzug in der Schweiz vor der Tür.

Ich freue mich unheimlich auf die nächsten paar Tage/Wochen und hoffe, ihr gehört bei meinem nächsten Blogeintrag wieder zu den eifrigen Lesern.

Florian „Florre“ Bolliger