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Elch-Blog von Florian Bolliger

Turbulenter letzter und erster Monat Von Florian Bolliger // Donnerstag, 22. Januar 2015

Angefangen hat der Dezember bekanntlich mit der WM in Göteborg. Da jedoch schon fast zu viel darüber geschrieben wurde, möchte ich nicht nochmals alles hervorholen. Ich hatte aber eine unvergessliche Zeit mit der Mannschaft und werde alles daran setzen, dies in zwei Jahren wieder erleben zu dürfen. Ich bin gespannt auf den Nachfolger von Petteri Nykky und freue mich auf die Herausforderung. Petteri werde ich aber als grössten Motivator in Erinnerung behalten und ich bin ihm dankbar für all das Vertrauen und dass er mich zu so vielen Extrastunden angetrieben hat. Sonst wäre ich jetzt wohl nicht hier in Mora und würde diesen Elch-Blog schreiben.

Gleich am Mittwoch nach unserem Bronze-Spiel ging es für und mein KAIS Mora in der SSL weiter. Ich fühlte mich schlapp und leer und so durfte ich das Auswärtsspiel gegen Sirius auf der Bank anfangen. Trotzdem stand mit unserer Neuverpflichtung ein Schweizer auf dem Feld: Paolo Riedi, mein neuer WG-Mitbewohner. Im Spiel lief dann alles schief, was schief laufen konnte. Nach 20 Minuten hiess es 6:1 für Sirius. So kam ich unverhofft doch noch zum Einsatz kam, um dann wenig später mit einem Ablenker ins Auge wieder auszufallen. Immerhin traf Paolo kurz vor Schluss noch zwei Mal innerhalb weniger Sekunden und so stand nun nur noch Sandro Dominioni ohne SSL-Tor da.

In Mora wurde es nun merklich kälter und der See gefror. Doch noch traute ich mich nicht aufs Eis. Als es dann ein paar Tage zwischen -15° und -30° kalt war und zu guter Letzt sogar noch ein wenig schneite, stand der perfekten, weissen Weihnachten nichts mehr im Wege. Den Weihnachtsabend verbrachten wir zwei Schweizer mit der Familie unseres dritten WG-Kollegen Daniel. Gefühlte 1000 Geschenke wurden vom Weihnachtsmann gebracht und dann voller Freude ausgepackt. Danach wurde noch Karten gespielt bis das ultimative „Julklappsspel“  anstand. Mit einem Würfel konnten zuerst Geschenke erspielt werden um sie danach wieder zu verlieren oder noch mehr zu stehlen.

Über die Festtage verreisten viele Teamkollegen um mit ihren Familien zu feiern. So gab es Spasstrainings und prompt überdehnte ich meine Bänder im rechten Fuss. Im Spital ging ich dann aber vergessen und musste mehrere Stunden auf meine Entlassung warten! Leider war so an ein Spiel gegen Warberg nicht zu denken. Trotzdem machte ich die lange Reise mit und wollte einfach einen Film nach dem anderen schauen. Leider ging der Adapter für mein Laptop-Ladekabel vergessen. Ganze 14 Stunden konnte ich mich darüber aufregen.

Zurück in Mora konnte ich meine Liebste in Empfang nehmen, ihr erster Besuch in Schweden. Wir verbrachten viel Zeit mit den ausgeliehenen Eisschnelllaufschuhen auf dem 3km langen Rundkurs auf dem See. Wegen meiner Verletzung konnte ich mir sogar noch einen Ausflug nach Uppsala und Stockholm leisten. Zwei schöne Städte, auch wenn sie keinen Platz in meinen Top-5-Städten finden.

Am 6. Januar stand dann unser erstes Spiel im 2015 vor der Tür. Es kam der Leader Pixbo zu Besuch. Im Hinspiel war es ausgeglichen bis Spielmitte, bevor es noch eine 12:3 Niederlage absetzte. Mit Geduld, viel Ballkontrolle und einer guten Defensive wurde der sehr passive und ideenlose Leader jedoch gestürzt. Auf Grund meiner Fussverletzung verpasste ich aber das zweite Spiel in Folge. Voller Motivation startete ich dann aber wieder mit Trainieren und ich war bereit für das Spiel gegen Växjö und Pascal Meier. Leider machte uns ein Schneesturm einen Strich durch die Rechnung und so fand anstatt einem Meisterschaftsspiel ein kollektives Schneeschaufeln statt.

Der grösste Coup im noch jungen Jahr lieferte jedoch unser Mitbewohner Daniel. Vor wenigen Tagen traute er uns an, dass Visby IBK Interesse an ihm hat und er so gerne noch zu etwas mehr Spielpraxis kommen möchte. Knall auf Fall packte er also seine Sachen, kündete seinen Teil der Wohnung und verschwand mit einem typisch schwedischen Abgang (schnell und ohne viele Worte zu verlieren) für die nächsten 2 Monate auf die Insel Gotland um in der Division 1 um den Aufstieg zu spielen. Er war aber ein cooler Mitbewohner und er hat mir den Einstieg enorm erleichtert. Vielen Dank Daniel!