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Elch-Blog von Florian Bolliger

Wie es scheint, lebt sich Florian Bolliger langsam aber sicher in seiner neuen Heimat Mora ein... Von Florian Bolliger // Mittwoch, 08. Oktober 2014

Mit einem leeren Koffer bin ich in die Schweiz gereist und mit einem vollen wieder zurück! Viele Kleinigkeiten wie Nägelscherli, Duschvorhang, Gemüseschäler und Stabilisationsbrettli haben in meiner neuen WG noch gefehlt, sind aber mittlerweile in Gebrauch (das mitgebrachte Spätzlisieb ausgenommen). Zurück in der Unihoc Arena (UA) erwartete mich jedoch nicht wie angekündigt ein Taktiktraining, sondern ein reines Sprint- und Sprungtraining und dies zwei Tage vor dem Saisonauftakt! Dass es bald losgehen würde, merkte man aber jedem einzelnen an. Sogar der Hallenwart war aufgeregt, aber wohl mehr auf Grund von vielen noch nicht erledigten Aufgaben, bei denen Daniel und ich ihm am Folgetag unter die Arme griffen und alte durch neue Sponsorentafeln ersetzten.

Nun stand also mein erstes SSL-Spiel vor der Tür. Noch bevor ich wusste, dass ich als Verteidiger auflaufen werde, begrüsste ich Riedi und Dominioni. Beide hatten die lange Fahrt leichter als erwartet hinter sich gebracht und aktivierten auf dem Feld wieder ihren Kreislauf. Ich selbst war noch skeptisch und hatte ein bisschen Angst vor den langen Auswärtsreisen. Das Spiel ging leider nach einem schlechten zweiten Drittel mit 4:6 verloren, wobei ich kurz nach Spielhälfte in meinem ersten Einsatz als Flügel und mit meinem ersten Schuss überhaupt Spannung ins Spiel zurück brachte und das 3:4 schoss.

Unsere folgenden beiden Auswärtsspiele gegen Pixbo und Växjö glichen ziemlich dem ersten. Gegen Pixbo hatte uns ein Dreifachschlaf innert 61 Sekunden das Genick gebrochen, wobei Martin Östholms (3G, 1A) verdienter Platz schon im ersten Drittel unter der Dusche gewesen wäre. Gegen Växjö mit Pascal Meier im Tor waren wir im Kollektiv nicht anwesend im ersten Drittel und verloren dies gleich mit 5:0. Erst eine Reduktion auf zwei Linien und ich wieder zurück auf die Verteidigerposition brachte Stabilität und Ruhe in unser Spiel. Leider ist uns als Aufsteiger und Underdog noch nicht ganz bewusst, dass wir in erster Linie Gegentore verhindern müssen, bevor wir ans Tore-schiessen denken können.

Im Grossen und Ganzen kann ich aber zufrieden sein mit meinem persönlichen Spiel, es gilt aber weiterhin sich stetig zu verbessern, das schwedische Unihockey besser kenne zu lernen und dann schlussendlich auch seine Mitspieler besser zu machen. Auch die langen Reisen habe ich dank „Game of Thrones“ gut überstanden, leider habe ich nun schon alle vier Staffeln durchgeschaut und muss mich auf die Suche nach einer neuen Serie machen. Nun steht aber zuerst ein weiteres Heimspiel gegen Tabellennachbar Granlo an. Ein sehr wichtiges Spiel im Hinblick auf den angestrebten Klassenerhalt.

In Mora selbst hat sich auch noch einiges getan. Ich darf nun offiziell bis nächsten April hier wohnen und ich habe nun auch ein eigenes Velo, um wann immer ich will ins Städtchen oder in die UA zu fahren. Beim Velounterstand vor dem Wohnblock machte ich auch noch Bekanntschaft mit dem Papagei der Nachbarn. Er sitzt bei schönem Wetter immer am Fenster und pfeift seine Melodie, sobald er mich sieht. Wenn ich ihm jedoch eine andere Melodie pfeife, wiederholt er sie. Der Hallenwart hat mit meiner Hilfe auch noch die ganze Musik- und Lichtanlage in der UA durch eine saumässig teure neue Anlage ersetzt und Daniel und ich bilden uns zu Maler aus. Zuerst wird nun nämlich unser Esstisch neu bestrichen und dann geht’s Schritt für Schritt durch alle Zimmer wo die Wände weiss gestrichen werden, um die Spuren unserer Vorgänger zu überdecken. Auch hoffe ich, dass mein hier in Mora kometenhaft vergrössertes Kochrepertoire bald durch Spätzli ergänzt wird.

Randnotiz:
Im Spiel gegen Växjö habe ich zwar kein Tor erzielt, Pascal Meier konnte jedoch einen scharfen, direkten Freistoss von mir nur abprallen lassen und Filip Mbanza erbte.