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Elch-Blog von Corin Rüttimann und Sarah Altwegg

// Donnerstag, 06. März 2014

Sarah und ich melden uns mal wieder von der Insel. Es sind schon einige Tage vergangen seit dem letzten Blog und auch schon bald stehen die langersehnten Playoffs vor der Türe. In der Zwischenzeit hat sich aber auch schon einiges getan und auch Sarah lernt langsam aber sicher auch Schweizerdeutsch – respektive den richtigen Dialekt ;)

Am letzten Wochenende bestritten wir das Spiel gegen Karlstadt. Ein Spiel, welches von Anfang an als ein schwierigeres eingestuft worden ist. Karlstadt spielt in einem Mann-Mann-System und dies sehr aggressiv, zudem kämpfte Karlstadt um den letzten Platz in den Playoffs, was die Emotionen im Spiel noch etwas mehr steigern liess. Doch bevor das Spiel angepfiffen wurde, hielt unser Trainer in der Garderobe noch eine Matchansprache. Diese wurde dann aber plötzlich von einer lauten Sirene unterbrochen. Ich sass auf dem Boden und schaute Richtung Torhüterin, da der Ton aus ihrer Ecke kam. Meine Vermutung, dass Liisa etwas mit diesem lauten Signal zu tun hatte, erwies sich aber kurzerhand als falsch, als diese Meldung ertönte: “wichtige Mitteilung, bitte verlassen Sie so schnell wie möglich das Gebäude. Feuer!” Natürlich packten wir alle unsere sieben Sachen und liefen Richtung Ausgang. Die Arena in der wir spielten war ziemlich gross und zur selben Zeit des Alarms liefen bereits andere Unihockeyspiele. Diese erhielten somit eine kurze Verschnaufpause und begaben sich ebenfalls in Richtung Ausgang, wo auch schon die Feuerwehr zu sehen war. Doch keiner dieser Männer schien es ausserordentlich eilig zu haben. Ich glaube, sie benötigten mehr Zeit um den Helm zuzuschnüren, als ich meine Schnürsenkel zu binden. So war schnell klar, dass dies wahrscheinlich schon mehrere Male vorkam und es keinen Grund zur Sorge gab. Nach kurzer Wartezeit konnten also unsere Matchvorbereitung und die anderen Spiele fortgesetzt werden. Zum Spiel muss eigentlich nicht so viel erwähnt werden, ausser natürlich, dass wir 4:1 gewonnen haben und somit den dritten Platz auf sicher haben.

jaja… die Zürcher.. im letzten Blogg wurde erwähnt, dass der Zürcherdialekt der richtige Dialekt sei. Papperlapap.. fast in jedem Training haben wir ein wenig Deutschunterricht, da sich die fast Stadtzürcherin so gut ausdrücken kann. Gerne erzähle ich euch ein Beispiel. Während dem Training arbeiteten wir mit der Koordinationsleiter. Beine überkreuzen, seitlich, was man eben so macht… plötzlich fragte mich dann Sarah: „Corin, chasch du das au mit verkehrta bai?“ äääh wia? nein, leider kann ich meine Beine bis jetzt noch nicht um 180 Grad drehen, aber vielleicht morgen? ;) oder was auch ganz nett war.. Sarah flog für die Nati zurück in die Schweiz. Für dies brauchte sie natürlich das Flugticket. Ganz nett fragte sie Stella: „Stella, chaschmer denn echt no z Flugzüg usdrucka?“ Wahrscheinlich plante Sarah mit ihrem privaten Papierflugzeug in die Schweiz zu fliegen… Zürcher und autofahren? naja.. Sarah war auf dem Weg Richtung ICA, um Lebensmittel einzukaufen. als sie in den Parkplatz einbiegen wollte, ertönte plötzlich ein lauter Knall aus der Motorhaube ihres Autos. Knapp schaffte es Sarah noch, das Auto auf den Parkplatz zu stellen, wo es dann auch mehrere Tage blieb, da es sich leider weigerte weiterzufahren. Ein Vater einer Mitspielerin, schleppte das Auto dann später in die Garage ab. Irgendwelche Ersatzteile mussten bestellt werden, aber jetzt funktioniert es glücklicherweise wieder.

Leider zog ich mir im Training eine Bänderüberdehnung zu, sodass ich zum Naprapat musste, um meinen Fuss behandeln zu lassen. Ich wurde von einem etwas älteren Mann behandelt, der sich bei allem was er machte, genügend Zeit lies. Während der Behandlung, lief gerade das olympische Eishockeyhalbfinale Schweden gegen Finnland. Der etwas ältere Mann fragte ziemlich schnell, ob es in Ordnung wäre, während der Behandlung Radio zu hören. Kurze Zeit später fügte er hinzu: “You know, it‘s not just a game, we play against Finland, it’s war!” Ich konnte mir die Frage nicht verkneifen, was er mache, falls Schweden verliere, er antwortete: “I get drunk”. “And what are you doing if sweden will win?” “I get also drunk”.

Vor zwei Wochen hatten wir eine Doppelrunde mit 2 wichtigen Spielen gegen IKSU und Falun. Leider fiel ich aufgrund der Bänderüberdehnung für beide Spiele aus. Trotzdem machte ich mich auf den Weg in die Garderobe, um meine Jacke aufzuhängen. Als ich dort war, hörte ich plötzlich schweizerdeutsche Stimmen. Ich lief Richtung Spielfeld und wollte sehen, wer da diese schöne Sprache spricht und da sah ich plötzlich den Kopf meines Papas und meiner Schwester. Meine ganze Familie plante einen Überraschungsbesuch auf der Insel, als Geburtstagsgeschenk für meine Mama. Nur leider hatten sie etwas Pech und ich verletzte mich genau in dieser Woche. Janu, was solls, dieses Wochenende war dank dem Besuch meiner Familie wie Weihnachten. Meine Verletzung dauerte leider etwas länger, so verpasste ich ebenfalls das Heimspiel gegen Täby. Zu diesem Spiel muss man sagen, dass Sarah einen sehr guten Job machte. sie spielte souverän und es war schön ihr zuzusehen.

 

Unihockeytechnisch läuft es Endre im Moment sehr gut. Wir haben den 3. Platz auf sicher und somit das Wahlrecht für die Playoffs. gerade die Betreuer rund um den Verein sind überglücklich. Unser Sportchef sang so beispielsweise auf der Rückfahrt von Karlstadt lauthals ins Mikrofon des Cars und fügte hinzu: “Frauen, wenn ihr morgen ein Bild von mir auf Facebook seht, wo ich in einer Bar sitze und trinke, ihr könnt sicher sein, dieses Foto ist echt! ;) ” Wer schon ein Endre-Spiel gesehen hat, wird das kaum überraschen. Der Sportchef ist sehr impulsiv und fiebert mit, mit allem was er hat. Im ganzen Spiel hört man regelmässig “kom igen nu”, “mycket bra”, “kämpa” und unzählige weitere Motivationsschreie. Bei einem Ballgewinn in der Defensive kommt es gut und gerne vor, dass beide Arme in die Luft gestemmt werden oder die Siegerfaust geballt wird. Jedoch ist es für uns schön, einen Sportchef zu haben der mit Herz und Seele und in seinem Fall auch mit viel Stimme dabei ist.