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Das Fondue-Land Schweden

Von Samuel Schneiter // Donnerstag, 17. Oktober 2013

Nachdem wir eine Woche im Hostel Friedhemsplan auf kleinstem Raum wohnten, freuten wir uns auf den Einzug in unser neues Apartment, welches an wunderschöner Lage direkt am Meer liegt. Auch das Fitnessstudio, die nächste Einkaufsmöglichkeit sowie die Zug- und Busstation liegen in unmittelbarer Nähe. Wie wir erst am Abend vor unserem Einzug vom Sportchef erfuhren, war die Wohnung komplett unmöbliert. Immerhin bekamen wir Matratzen sowie Decken und Kissen für die ersten paar Nächte, damit wir nicht auf dem Boden schlafen mussten. Zudem war der vorherige Mieter die Wohnung immer noch am Reinigen als wir dort ankamen. In Schweden läuft das anscheinend alles ein bisschen unkomplizierter, ohne Übergabeprotokoll etc…

Die darauf folgenden Tage verbrachten wir mit der Möblierung unserer Wohnung. Da unser Budget begrenzt ist ;) versuchten wir auf www.blocket.se unser Glück. Innert kürzester Zeit fanden wir ein Doppelbett, Sofa sowie Sessel für umgerechnet lediglich 150 Franken! Zudem besorgten wir in der Ikea Küchenutensilien, Decken etc..Die Reise zur Ikea sollte voraussichtlich zirka eine Stunde dauern. Da wir das Bus/Zugsystem jedoch noch nicht richtig durchschaut haben, dauerte nur die Hinreise drei Stunden…

An einem meiner unihockeyfreien Tage besuchten meine Freundin und ich den Tyresta-Nationalpark, der sich in der Nähe von Stockholm befindet. Als wir dort ankamen, beschlossen wir spontan, einfach mal loszulaufen, ohne die Karte vorher genauer zu betrachten… Wir liefen durch wunderschöne naturbelassene Wälder und kamen an verschiedenen kleineren Seen vorbei. Nachdem wir etwa zwei Stunden unterwegs waren, wussten wir nicht mehr genau wo wir waren und folgten schliesslich einer Wanderrute, die uns zurück zum Eingang des Nationalparks führen sollte. Andere Wanderer trafen wir ab diesem Zeitpunkt nicht mehr an ;)) Wie sich herausstellte war die Route länger als wir dachten und nachdem wir vier Stunden ohne Pause unterwegs waren, hatten wir schliesslich unser Ziel erreicht und freuten uns auf die gemütliche Bus/Zugfahrt nach Hause. Leider war der letzte Bus schon vor einiger Zeit abgefahren =(( Schliesslich versuchten wir es mit Autostopp, da wir keinen Meter mehr laufen mochten… dies funktionierte dann auch ziemlich gut; bereits das zweite Auto hielt an und wir wurden zum Bahnhof chauffiert =))

Seit meines ersten Spieles hier in Schweden fungierte ich im 2:2:1 System als „Center“, was eine veränderte Spielweise von mir verlangt. Es gilt vielmehr Defensivaufgaben zu erledigen. Ich fühle mich jedoch sehr wohl in der Center-Position. Lediglich bei der Kommunikation auf dem Feld hapert es noch ein wenig. Sobald ich Bra höre weiss ich zumindest, dass ich richtig positioniert bin...

Bereits jetzt kann ich einige Parallelen von mir zu den anderen Spielern feststellen. Unter anderem war der Spiegel vor dem Fototermin ein beliebter Ort! ;)) Auch die Stöcke werden von jedem Spieler mit seinen eigenen Mitteln (basteln, schrauben, sägen etc.) individuell optimiert. Das gefällt mir ;)

Die ersten Spiele in der SSL

Lange habe ich mich auf dieses Abenteuer gefreut. Das Einlaufen in die Halle, die Atmosphäre und mein erstes SSL-Tor waren spezielle Gefühle, vergleichbar mit der Freude, zu Zeiten als ich im Juniorenalter getroffen hatte. ;-) Das Startspiel gegen Linköping endete 6:6.

Die „fast verpasste“ Reise nach Umea 

Da der Abflug vom Flughafen Bromma war und die Ankunft am Flughafen Arlanda, fuhren wir zuerst ein Auto nach Arlanda, mit dem zweiten wollten wir dann nach Bromma. Natürlich wollten wir den schnellsten Weg nehmen, leider machten wir die Rechnung ohne die Baustellen und Absperrungen. Anfangs waren wir überzeugt, dass wir sicher noch einen anderen Weg finden würden, bis wir nach etlichen Versuchen langsam ungeduldig wurden und uns zudem die Zeit davon rannte. Schliesslich wurde uns mitgeteilt, dass wir einen Umweg über Solna machen müssen. Uff… 30 Minuten vor Abflug kamen wir in Bromma an. Einem weiteren Schock bekamen wir, als auf dem Bildschirm mit den Abflugzeiten „Umea Gate closed “ stand. Zum Glück war es der frühere Flug nach Umea! Nochmal uff… Nach diesem nerverauben Beginn verlief zum Glück alles einwandfrei. Das Spiel gegen den letztjährigen SSL-Finalist gewannen wir mit 6:4 und hatten einen „beschwingten“;-) Rückflug.

Eigentlich dachten wir, dass Schweden im September/Oktober schon ziemlich kalt ist. Seit unserer Ankunft erlebten wir hingegen wunderschön, sonnige Tage zu sehr angenehmen Temperaturen. Dennoch verschlangen der „halb Schweizer“ Kari Berglund und ich bereits unseres erstes Käse Fondue!